Börsenlexikon
Bonds sind Schuldverschreibungen, bei denen ein Anleger einem Emittenten (Staat, Unternehmen oder Institution) Geld leiht und dafür regelmäßige Zinszahlungen sowie die Rückzahlung des Nennwerts am Laufzeitende erhält.
Der Anleger erwirbt damit ein Forderungsrecht gegen den Emittenten. Im Gegensatz zu Aktien wird der Anleger kein Eigentümer des Unternehmens, sondern Gläubiger. Bonds werden an Börsen gehandelt und können vor Fälligkeit verkauft werden, wodurch sich ihr Kurs abhängig von Marktbedingungen verändert.
Die Funktionsweise lässt sich anhand eines konkreten Beispiels verdeutlichen: Ein Anleger kauft eine Unternehmensanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro, einer Laufzeit von 5 Jahren und einem Kupon (Zinssatz) von 4 Prozent pro Jahr. Der Emittent zahlt dem Anleger jährlich 400 Euro Zinsen. Nach 5 Jahren erhält der Anleger die 10.000 Euro Nennwert zurück. Sollte der Anleger die Anleihe nach 2 Jahren am Sekundärmarkt verkaufen wollen, hängt der Verkaufspreis von den aktuellen Martzinsen ab: Bei gestiegenen Zinsen wird die Anleihe unter dem Nennwert gehandelt, bei gesunkenen Zinsen über dem Nennwert.
Für Privatanleger sind Bonds relevant, weil sie eine planbare Einkommensquelle darstellen und typischerweise als weniger volatil gelten als Aktien. Sie eignen sich besonders für konservative Anleger oder als Bestandteil eines diversifizierten Portfolios. Allerdings besteht ein Ausfallrisiko: Ist der Emittent zahlungsunfähig, können Zinsen und Kapital teilweise oder ganz verloren gehen. Dieses Risiko ist bei Staatsanleihen von Industrieländern geringer als bei Unternehmensanleihen oder Schwellenländeranleihen.
Bonds werden nach verschiedenen Merkmalen klassifiziert. Der Emittent bestimmt die Kategorie: Staatsanleihen (Bonds von Staaten), Unternehmensanleihen (Bonds von Unternehmen) oder Kommunalanleihen (Bonds von Kommunen). Die Bonität des Emittenten wird durch Ratingagenturen bewertet und beeinflusst den Kupon erheblich: Ein Emittent mit schlechterer Bonität muss höhere Zinsen zahlen, um Anleger anzulocken.
Privatanleger können Bonds einzeln kaufen oder über Rentenfonds und ETFs in mehrere Bonds gleichzeitig investieren. Letzteres reduziert das Ausfallrisiko durch Streuung. Die Rendite einer Anleihe hängt vom Kupon, dem Kaufpreis und der Restlaufzeit ab und wird durch die Yield-to-Maturity (Rendite bis Fälligkeit) ausgedrückt, die alle zukünftigen Zahlungen berücksichtigt.

