Menü
Das neue sharewise ist da Übersichtlicher, schneller, mit heller und dunkler Ansicht — und allem, was du kennst. Jetzt ausprobieren
Microsoft selbst warnt vor der Verwendung von Internet Explorer, da er nicht mehr den neuesten Web- und Sicherheitsstandards entspricht. Wir können daher nicht garantieren, dass die Seite im Internet Explorer in vollem Umfang funktioniert. Nutze bitte Chrome oder Firefox.

Börsenlexikon

Die Spekulationssteuer auf Immobilien ist eine Abgabe auf Gewinne aus dem Verkauf von Grundstücken oder Gebäuden, die innerhalb einer bestimmten Haltedauer nach dem Erwerb veräußert werden.

In Deutschland unterliegen Immobilienverkäufe einer zeitbezogenen Besteuerungsregel: Wird eine Immobilie innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf verkauft, zählt der Gewinn als Spekulationseinkommen und wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Nach Ablauf dieser sogenannten Spekulationsfrist entfällt die Steuerpflicht auf Veräußerungsgewinne — mit Ausnahmen wie Vermietung oder beruflichem Immobilienhandel. Diese Regelung soll verhindern, dass Immobilien wie kurzfristige Tradingpapiere behandelt werden.

Praktische Relevanz für Privatanleger

Für Anleger ist die Spekulationsfrist ein wesentlicher Planungsfaktor. Ein Investor, der eine Eigentumswohnung kauft und sie nach 18 Monaten mit Gewinn verkauft, muss den gesamten Erlösüberschuss mit seinem Steuersatz versteuern — zusätzlich zum Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer. Hält derselbe Anleger die Wohnung hingegen mindestens zwei Jahre und einen Tag, entfällt diese Steuerlast vollständig.

Beispiel

Ein Privatanleger kauft eine Wohnung für 200.000 Euro und verkauft sie nach 20 Monaten für 230.000 Euro. Der Gewinn beträgt 30.000 Euro. Dieser Gewinn wird als Spekulationseinkommen mit dem persönlichen Einkommensteuersatz (beispielsweise 42 Prozent für höhere Einkommen) zuzüglich Solidaritätszuschlag besteuert. Die Steuerbelastung kann damit 13.000 bis 15.000 Euro übersteigen. Steuerfrei wäre der Gewinn erst nach einer Haltedauer von mehr als zehn Jahren – oder bei durchgehender Eigennutzung der Wohnung.

Abgrenzungen und verwandte Begriffe

Die Spekulationssteuer unterscheidet sich von der Grunderwerbsteuer, die beim Kauf einer Immobilie fällig wird und unabhängig von der späteren Haltedauer erhoben wird. Eng verbunden ist auch das Konzept der Spekulationsfrist selbst, die für verschiedene Vermögensarten unterschiedlich ausgestaltet sein kann. Für Privatanleger relevant ist zudem die Betrachtung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, die einer anderen Besteuerungslogik unterliegen und nicht unter die Spekulationsfrist fallen.

Die geltenden Steuersätze, Freibeträge und Fristen sind in den aktuellen Steuergesetzen definiert und unterliegen Änderungen — Anleger sollten sich vor Verkaufsentscheidungen bei einem Steuerberater oder Finanzamt über die jeweils maßgeblichen Regelungen informieren.