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Börsenlexikon

Der Schlusskurs ist der Kurs, zu dem ein Wertpapier beim Handelsschluss einer Börse zum letzten Mal gehandelt wird oder die Börse offiziell festlegt.

Der Schlusskurs markiert das Ende des regulären Handels für einen Handelstag. An der Deutschen Börse (Xetra) beispielsweise liegt der Handelsschluss für Aktien um 17:30 Uhr. Der Schlusskurs wird entweder durch den letzten tatsächlich ausgeführten Handel bestimmt oder – wenn in den letzten Minuten keine Transaktionen stattfinden – durch ein Auktionsverfahren ermittelt, bei dem Kauf- und Verkaufsaufträge zusammengeführt werden.

Für Privatanleger hat der Schlusskurs mehrere praktische Bedeutungen. Er dient als Referenzpreis für die Berechnung von Gewinnen und Verlusten: Wer eine Aktie kauft und abends den Kontostand prüft, sieht den Wert basierend auf dem Schlusskurs des Tages. Zudem wird der Schlusskurs für die Berechnung von Durchschnittskursen über längere Zeiträume verwendet – etwa bei der Ermittlung des gleitenden Durchschnitts, einem beliebten Indikator in der Chartanalyse. Auch Fondsgesellschaften nutzen den Schlusskurs zur täglichen Berechnung des Nettoinventarwerts (NAV) von Fonds.

Ein Beispiel: Ein Privatanleger kauft 100 Aktien eines Unternehmens während des Handels zu unterschiedlichen Kursen zwischen 45 und 47 Euro. Der Schlusskurs wird um 17:30 Uhr mit 46,50 Euro festgestellt. Dieser Kurs bestimmt den Wert der Position im Depot am Ende des Tages und wird in Kontoauszügen und Depotübersichten angezeigt.

Der Schlusskurs unterscheidet sich vom Eröffnungskurs, dem Kurs beim Handelsstart am Morgen, und vom Intraday-Hoch und Intraday-Tief, den höchsten und niedrigsten Kursen während eines Handelstages. Außerdem ist der Schlusskurs abzugrenzen vom sogenannten Settlement-Preis, der bei Derivaten wie Futures zur Abrechnung verwendet wird und vom Schlusskurs abweichen kann. Der Tageskurs wird häufig mit dem Schlusskurs gleichgesetzt, obwohl dieser Begriff manchmal auch den Durchschnittskurs eines Tages bezeichnet.

Nach dem regulären Handelsschluss finden an vielen Börsen noch Nachhandelsgeschäfte statt, deren Kurse jedoch nicht als offizielle Schlusskurse gelten. Diese Nachhandels- oder After-Hours-Kurse haben für die meisten Privatanleger eine untergeordnete Rolle.