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Börsenlexikon

Ein Put ist ein Optionskontrakt, der dem Käufer das Recht – nicht die Pflicht – gibt, einen bestimmten Basiswert (etwa eine Aktie oder einen Index) bis zu einem festgelegten Zeitpunkt zu einem vorher vereinbarten Preis zu verkaufen.

Der Put funktioniert als Versicherung gegen Kursrückgänge. Der Käufer zahlt für dieses Recht eine Prämie an den Verkäufer (Stillhalter). Sinkt der Kurs des Basiswerts unter den vereinbarten Ausübungspreis, kann der Put-Käufer profitieren: Er kauft die Aktie am Markt zum niedrigeren Kurs und verkauft sie durch Ausübung des Puts zum höheren Preis. Steigt der Kurs dagegen oder bleibt stabil, verfällt der Put wertlos – der Käufer verliert maximal die gezahlte Prämie.

Konkretes Beispiel: Ein Anleger hält 100 Aktien einer Firma, die aktuell 50 Euro kosten. Er kauft einen Put mit einem Ausübungspreis von 45 Euro und zahlt dafür 2 Euro Prämie pro Aktie (insgesamt 200 Euro). Fällt der Kurs auf 40 Euro, kann der Anleger seine Aktien zum Put-Preis von 45 Euro verkaufen und begrenzt seinen Verlust. Wäre der Put nicht vorhanden, würde er die Aktien nur für 40 Euro verkaufen können. Die Prämie von 2 Euro ist der Preis für diese Schutzwirkung. Bleibt der Kurs über 45 Euro, wird der Put nicht ausgeübt und die Prämie ist verloren.

Puts eignen sich für verschiedene Strategien: Anleger nutzen sie zur Absicherung bestehender Positionen (Protective Put), zur Spekulation auf fallende Kurse oder als Teil komplexerer Kombinationen. Der Hebel-Effekt macht Puts attraktiv für spekulative Trader – kleine Prämien können große Gewinne generieren, wenn die Kursprognose stimmt. Allerdings besteht auch das Risiko des Totalverlusts der Prämie.

Die Bewertung eines Puts hängt vom Abstand zwischen aktuellem Kurs und Ausübungspreis ab (innerer Wert), der Restlaufzeit, der erwarteten Volatilität und den Zinsen. Je weiter der Kurs über dem Ausübungspreis liegt, desto günstiger ist der Put – aber auch desto weniger Schutz bietet er.

Verwandte Begriffe sind der Call (das Gegenstück mit Kaufrecht), die Volatilität (die Put-Prämien stark beeinflusst) und das Risikomanagement, da Puts häufig zur Portfolio-Absicherung eingesetzt werden.