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Börsenlexikon

Ein Preisindex ist eine Kennzahl, die die zeitliche Veränderung der Kurse eines definierten Wertpapierkörpers abbildet und damit die Wertentwicklung eines Marktsegments oder einer Anlageklasse messbar macht.

Der Preisindex funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Er erfasst die Kurse einer festgelegten Gruppe von Wertpapieren (etwa Aktien oder Anleihen), gewichtet diese nach einem definierten Verfahren und berechnet daraus eine einzelne Vergleichszahl. Diese Zahl wird regelmäßig neu ermittelt und zeigt, ob die Kurse in dem Wertpapierkörper gestiegen oder gefallen sind.

Für Privatanleger ist der Preisindex deshalb relevant, weil er als Orientierungshilfe dient: Statt 100 oder 1.000 einzelne Aktienkurse zu verfolgen, kann ein Anleger einen einzigen Index beobachten und erhält damit einen schnellen Überblick über die Marktentwicklung. Indizes dienen außerdem als Vergleichsmaßstab (Benchmark), um die Wertentwicklung eines eigenen Depots oder eines verwalteten Fonds zu beurteilen.

Rechenbeispiel: Ein vereinfachter Index erfasst drei Anleihen mit Nennwerten von je 10.000 Euro. Zum Startzeitpunkt notieren alle drei Anleihen bei 100 Prozent ihres Nennwerts, der Index wird auf den Basiswert 100 gesetzt. Nach einem Monat sind die Kurse gestiegen: Anleihe A notiert bei 101 Prozent (10.100 Euro), Anleihe B bei 100 Prozent (10.000 Euro), Anleihe C bei 102 Prozent (10.200 Euro). Der Durchschnittskurs beträgt 101 Prozent. Der Index steigt damit auf 101 Punkte, was eine Wertsteigerung von 1 Prozent anzeigt.

Die Zusammensetzung eines Preisindex wird in der Regel von Indexanbietern festgelegt und regelmäßig überprüft. Dabei werden schlecht laufende oder illiquide Wertpapiere ausgetauscht, damit der Index seine Aussagekraft behält.

Eng verwandte Begriffe sind der Kursindex, der nur Preisveränderungen berücksichtigt, und der Performanceindex, der zusätzlich Ausschüttungen wie Dividenden oder Kupons in die Berechnung einbezieht. Auch die Gewichtungsmethode ist entscheidend: Beim Kursgewichteten Index (wie dem Dow Jones) haben höhernotierte Wertpapiere mehr Einfluss, während beim Kapitalgewichteten Index die Marktkapitalisierung ausschlaggebend ist. Ein Privatanleger sollte daher immer überprüfen, nach welcher Methode sein Referenzindex konstruiert ist, um Vergleiche korrekt einzuordnen.