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Börsenlexikon

Ein Portefeuille (auch Portfolio genannt) ist die Gesamtheit aller Wertpapiere und Geldanlagen, die ein Anleger zu einem bestimmten Zeitpunkt hält.

Das Portefeuille bildet die Vermögensstruktur eines Anlegers ab. Es kann Aktien, Anleihen, Fonds, Immobilien, Rohstoffe oder Barbestände enthalten – in beliebiger Mischung und Gewichtung. Die Zusammensetzung bestimmt das Risiko-Rendite-Profil und damit die Erfolgsaussichten der Geldanlage.

Für Privatanleger ist das Portefeuille das zentrale Steuerungsinstrument. Statt einzelne Positionen isoliert zu betrachten, zeigt die Portefeuille-Perspektive, wie die verschiedenen Anlagen zusammenwirken. Eine Aktie, die allein betrachtet volatil wirkt, kann im Kontext eines breit diversifizierten Portefeuilles das Gesamtrisiko senken, wenn sie mit anderen Wertpapieren schwach korreliert ist.

Praktisches Beispiel: Ein Anleger verfügt über 100.000 Euro. Er kauft für 40.000 Euro europäische Standardaktien, für 30.000 Euro Unternehmensanleihen, für 20.000 Euro einen Immobilienfonds und hält 10.000 Euro in bar. Diese Aufteilung ist sein Portefeuille. Wenn die Aktienmärkte fallen, können steigende Anleihekurse oder stabile Immobilienrenditen den Verlust teilweise ausgleichen. Das ist der Diversifikationseffekt: Die Verluste einzelner Positionen werden durch andere Anlagen gebremst.

Die Portefeuille-Zusammensetzung sollte zur persönlichen Situation passen – zum verfügbaren Kapital, zum Anlagehorizont und zur Risikotoleranz. Ein Anleger mit 30 Jahren Sparzeit kann eine höhere Aktienquote tragen als jemand, der in 5 Jahren Geld braucht. Regelmäßig sollte das Portefeuille überprüft werden, ob die Gewichtungen noch dem Plan entsprechen – ein Prozess namens Rebalancing.

Eng verwandte Begriffe sind die Assetallokation, die beschreibt, wie das Portefeuille auf verschiedene Anlageklassen verteilt ist, die Diversifikation, die das Prinzip der Risikostreuung umsetzt, und die Portefeuille-Performance, die misst, wie gut das Portefeuille im Vergleich zu einer Benchmark abschneidet. Auch die Korrelation zwischen Wertpapieren ist entscheidend: Sie zeigt, wie stark Kursbewegungen zusammenhängen, und beeinflusst, wie effektiv Diversifikation wirkt.