Börsenlexikon
Ein Pfandbrief ist eine Anleihe, die von einer speziellen Bank (Pfandbriefbank) ausgegeben wird und durch ein Pfandrecht auf Immobilien oder öffentliche Forderungen besichert ist.
Der Pfandbrief funktioniert nach einem strengen Sicherungsprinzip. Die ausgebende Bank muss ihre Pfandbriefe durch hochwertige Vermögenswerte decken – entweder durch Hypotheken auf Immobilien (Hypothekenpfandbriefe) oder durch Forderungen gegen öffentliche Haushalte (öffentliche Pfandbriefe). Diese Deckungsmasse wird in einem separaten Register geführt und ist vom Vermögen der Bank selbst getrennt. Fällt die Bank aus, können Gläubiger der Pfandbriefe auf diese Deckungsmasse zugreifen – das reduziert das Ausfallrisiko erheblich.
Für Privatanleger ist der Pfandbrief eine relativ sichere Anleihe mit moderatem Ertrag. Wer beispielsweise einen Hypothekenpfandbrief mit einem Nennwert von 10.000 Euro und einem Kupon von 3 Prozent kauft, erhält jährlich 300 Euro Zinsen. Der Kurs kann über oder unter dem Nennwert liegen, je nachdem wie sich die Marktrenditen entwickeln. Steigen die Zinsen am Markt, fällt der Kurs des bestehenden Pfandbriefs – weil neue Pfandbriefe dann höhere Zinsen bieten. Sinken die Zinsen, steigt der Kurs.
Das Besicherungsprinzip macht Pfandbriefe zu einer der sichersten Anleihekategorien in Europa. Daher fallen die Renditen niedriger aus als bei unbesicherten Unternehmensanleihen. Privatanleger finden Pfandbriefe häufig in Rentenfonds oder können sie direkt erwerben. Die Laufzeiten reichen typischerweise von wenigen Jahren bis zu 30 Jahren.
Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen Hypothekenpfandbriefen und öffentlichen Pfandbriefen. Hypothekenpfandbriefe sind durch Immobilienfinanzierungen gedeckt, während öffentliche Pfandbriefe durch Darlehen an Staaten und Kommunen besichert sind. Beide Varianten unterliegen in Deutschland und der EU strengen regulatorischen Anforderungen.
Verwandte Begriffe sind die Anleihe als übergeordnete Kategorie, die Hypothek als zugrunde liegende Sicherheit, und die Schuldverschreibung als allgemeine Form von Schuldtiteln. Auch der Covered Bond, ein international ähnliches Konzept, folgt dem Besicherungsprinzip, unterscheidet sich aber in Details der Regulierung und Struktur.

