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Börsenlexikon

Ein Performance-Index bildet die Wertentwicklung eines Aktienkorbs einschließlich aller Dividendenzahlungen ab, die während des Messzeitraums anfallen und reinvestiert werden.

Im Gegensatz zu einem Kursindex, der nur die Kursbewegungen der enthaltenen Wertpapiere abbildet, berücksichtigt der Performance-Index zusätzlich die Erträge aus Dividenden. Diese werden automatisch als reinvestiert angenommen – das heißt, sie fließen wieder in die Indexberechnung ein, als würde ein Anleger die Dividende sofort wieder in den Index anlegen.

Die praktische Relevanz liegt darin, dass der Performance-Index die tatsächliche Gesamtrendite einer Indexanlage realistischer abbildet als der reine Kursindex. Ein Anleger, der beispielsweise über einen ETF in einen Performance-Index investiert, profitiert von Dividendenzahlungen, ohne diese selbst verwalten zu müssen. Die Indexberechnung weist daher eine höhere Rendite aus als der entsprechende Kursindex desselben Aktienkorbs.

Rechenbeispiel: Ein Index enthält zwei Aktien. Aktie A notiert zu 100 Euro, Aktie B zu 50 Euro. Der Kursindex startet bei 150 Punkten. Nach drei Monaten zahlt Aktie A eine Dividende von 2 Euro je Anteil aus, Aktie B eine Dividende von 1 Euro je Anteil. Im Kursindex würde diese Ausschüttung nicht berücksichtigt – der Index bliebe unverändert, falls die Kurse stabil bleiben. Im Performance-Index dagegen wird die Gesamtdividende von 3 Euro (2 + 1) als Reinvestition in den Index eingerechnet. Dies führt zu einem höheren Indexstand, der die Gesamtrendite einschließlich Erträge widerspiegelt.

Viele bekannte Aktienindizes werden sowohl als Kursindex als auch als Performance-Index berechnet und veröffentlicht. Der Privatanleger kann damit vergleichen, wie sehr die Dividendenerträge zur Gesamtrendite beitragen.

Verwandte Begriffe sind der Kursindex, der Dividenden nicht berücksichtigt, der Gesamtrenditeindex, der alle Erträge reinvestiert darstellt, und der Ausschüttungsindex, bei dem Dividenden nicht reinvestiert, sondern ausgeschüttet werden. Für die Bewertung von Indexfonds und ETFs ist die Unterscheidung zwischen diesen Varianten entscheidend, da sie zu deutlich unterschiedlichen langfristigen Renditen führen können.