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Börsenlexikon

Outperformer ist ein Wertpapier oder Fonds, dessen Rendite über einen definierten Zeitraum die Rendite eines Vergleichsmaßstabs (Benchmark) übertrifft.

Der Begriff beschreibt die relative Wertentwicklung einer Geldanlage im Vergleich zu einem Referenzindex oder einer Vergleichsgruppe. Ein Outperformer schlägt seinen Benchmark dauerhaft oder über einen bestimmten Messzeitraum. Dies ist die zentrale Kennzahl für die Beurteilung von Fondsmanagern und Einzelaktien.

Die praktische Relevanz für Privatanleger liegt darin, dass Outperformance ein Qualitätsmerkmal darstellt. Aktiv verwaltete Fonds werden regelmäßig daran gemessen, ob sie ihren Vergleichsindex übertreffen. Ein Aktienfonds mit dem Benchmark DAX ist ein Outperformer, wenn seine jährliche Rendite über der DAX-Rendite liegt. Gleiches gilt für einzelne Aktien: Übertrifft eine Unternehmensaktie die Branchenindizes oder den Gesamtmarkt, gilt sie als Outperformer.

Zur Veranschaulichung ein Rechenbeispiel: Der DAX steigt in einem Kalenderjahr um 8 Prozent. Ein verwalteter Fonds, dessen Portfolio hauptsächlich aus DAX-Unternehmen besteht, erzielt in demselben Jahr eine Rendite von 10 Prozent. Die Outperformance beträgt 2 Prozentpunkte. Umgekehrt wäre der Fonds ein Underperformer, falls seine Rendite nur 6 Prozent betragen hätte.

Für die Bewertung ist der Messzeitraum entscheidend. Kurzfristige Outperformance über wenige Wochen oder Monate kann Zufall sein. Fondsanbieter und Analysten konzentrieren sich daher auf mittelfristige Zeiträume (drei bis fünf Jahre) oder längerfristige Entwicklungen (zehn Jahre), um verlässliche Aussagen zu treffen.

Privatanleger sollten beachten, dass Outperformance in der Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Ergebnisse ist. Zudem ist zu berücksichtigen, dass aktiv verwaltete Fonds durch höhere Gebühren belastet werden. Eine Outperformance kann daher teilweise durch niedrigere Kosten erklärt werden, nicht durch überlegenes Management.

Verwandte Begriffe sind der Underperformer, der seinen Benchmark unterschreitet, die Benchmark selbst als Vergleichsmaßstab sowie die Alpha, die die Überrendite eines Wertpapiers nach Bereinigung um systematische Risiken misst. Die Relative Stärke beschreibt ebenfalls die Wertentwicklung im Vergleich zu einem Index, wird aber häufig als technisches Analyseverfahren für Einzelaktien verwendet.