Börsenlexikon
Open ist der Eröffnungskurs eines Wertpapiers am Beginn einer Handelssitzung.
Der Open-Kurs wird zu Marktbeginn ermittelt, wenn die erste Transaktion stattfindet oder durch ein Auktionsverfahren festgestellt wird. An der Frankfurter Börse beispielsweise beginnt der reguläre Handel um 8:00 Uhr mit einem Eröffnungsauktionsverfahren, das den ersten gültigen Kurs des Tages bestimmt. Dieser Kurs kann erheblich vom Schlusskurs des Vortages abweichen, wenn über Nacht neue Informationen bekannt wurden oder sich Marktbedingungen geändert haben.
Für Privatanleger ist der Open-Kurs relevant, weil er den Startpunkt für die tägliche Preisbewegung markiert und Hinweise auf die Markterwartung gibt. Ein deutlich höherer Open-Kurs als der gestrige Close-Kurs signalisiert positive Nachrichten oder steigende Nachfrage. Ein deutlich niedrigerer Open-Kurs deutet auf pessimistische Marktstimmung hin. Anleger nutzen diese Information, um ihre Handelsstrategien anzupassen oder um zu entscheiden, ob sie Positionen direkt zu Handelsbeginn eingehen oder warten möchten.
Ein praktisches Beispiel: Eine Aktie schloss am Vortag bei 100 Euro (Close). Über Nacht wird bekannt, dass das Unternehmen eine höhere Gewinnerwartung ausgegeben hat. Bei der Eröffnung am nächsten Morgen wird durch die Auktion ein Open-Kurs von 105 Euro ermittelt. Der Kurs ist damit um 5 Euro gestiegen, bevor der reguläre Handel überhaupt begonnen hat. Ein Anleger, der bereits eine Position hält, sieht sofort einen Buchgewinn. Ein Anleger, der kaufen möchte, muss entscheiden, ob 105 Euro ein fairer Preis ist oder ob er auf einen Rückgang wartet.
In der Praxis können Privatanleger nicht immer zum exakten Open-Kurs handeln, da Orders in den ersten Sekunden des Handels durch die hohe Nachfrage zu Slippage führen können – der tatsächlich ausgeführte Kurs weicht vom angestrebten Preis ab. Daher ist es oft sinnvoll, nicht sofort mit Marktorders zu reagieren, sondern limitierte Orders zu nutzen.
Der Open-Kurs steht in direktem Zusammenhang mit dem Close-Kurs des Vortages und wird zusammen mit High (Tageshoch), Low (Tagestief) und Close (Schlusskurs) in OHLC-Daten erfasst, die die Grundlage für technische Analysen bilden. Diese vier Kurse ermöglichen es Anlegern, die Volatilität und Trendrichtung eines Wertpapiers innerhalb eines Handelstages zu beurteilen.

