Börsenlexikon
Eine Obligation ist ein verzinsliches Wertpapier, das den Gläubiger berechtigt, vom Emittenten die Rückzahlung des Nennwerts zu einem vereinbarten Termin sowie regelmäßige Zinszahlungen zu erhalten.
Funktionsweise und Bedeutung
Obligations sind Schuldverschreibungen, die von Staaten, Kommunen oder Unternehmen ausgegeben werden, um sich Kapital zu beschaffen. Der Käufer einer Obligation wird zum Gläubiger des Emittenten und erhält im Gegenzug zwei Leistungen: erstens regelmäßige Zinszahlungen (den sogenannten Kupon), die während der Laufzeit gezahlt werden, und zweitens die Rückzahlung des investierten Betrags (Nennwert) am Ende der Laufzeit.
Für Privatanleger bieten Obligations mehrere Vorteile. Sie generieren regelmäßige Einkünfte, die planbarer sind als Dividenden von Aktien. Zudem haben Gläubiger bei einer Insolvenz Vorrang gegenüber Aktionären. Allerdings besteht auch ein Risiko: Sollte der Emittent zahlungsunfähig werden, können Obligationen an Wert verlieren oder ganz ausfallen. Auch Zinsänderungen beeinflussen den Kurs: Steigen die Marktzinsen, sinkt der Kurs bestehender Obligations mit niedrigerem Kupon.
Rechenbeispiel
Ein Privatanleger kauft eine Unternehmensanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro, einer Laufzeit von 5 Jahren und einem Kupon von 3 Prozent pro Jahr. Jährlich erhält er 300 Euro Zinsen. Nach 5 Jahren bekommt er die 10.000 Euro zurück. Die Gesamteinnahmen betragen 1.500 Euro Zinsen plus 10.000 Euro Rückzahlung.
Wenn der Kurs dieser Obligation am Sekundärmarkt auf 95 Prozent des Nennwerts fällt (also 9.500 Euro), kann ein anderer Anleger sie günstiger kaufen. Umgekehrt steigt der Kurs, wenn Marktzinsen sinken und der 3-Prozent-Kupon attraktiver wird.
Verwandte Begriffe
Obligations sind eng mit dem Begriff der Anleihe verwandt, wobei dieser Terminus oft synonym verwendet wird. Der Kupon bezeichnet die jährliche oder halbjährliche Zinszahlung. Die Rendite einer Obligation berücksichtigt nicht nur den Kupon, sondern auch den Kaufkurs und die Restlaufzeit. Das Bonitätsrisiko beschreibt die Ausfallwahrscheinlichkeit des Emittenten und wird durch Ratingagenturen bewertet.

