Börsenlexikon
Investitionsgrad ist der prozentuale Anteil der Vermögensanlage, den ein Fonds oder eine Kapitalanlagegesellschaft tatsächlich in Wertpapiere und andere Anlageinstrumente investiert hat, im Gegensatz zu Kassenbeständen oder Liquidität.
Der Investitionsgrad wird auch als Nettoanlagegrad oder Investitionsquote bezeichnet. Er zeigt Privatanlegern, wie viel des verwalteten Vermögens aktiv am Markt arbeitet und wie viel in Cash oder geldmarktnahen Instrumenten liegt. Ein hoher Investitionsgrad von beispielsweise 95 Prozent bedeutet, dass der Fondsmanager nur 5 Prozent des Vermögens in Liquidität hält. Ein niedriger Investitionsgrad von 60 Prozent signalisiert dagegen eine defensive Haltung mit größeren Kassenreserven.
Praktische Bedeutung für Anleger
Der Investitionsgrad beeinflusst die Renditeerwartung direkt. Bei einem Aktienfonds mit hohem Investitionsgrad partizipiert der Anleger stärker von Kurssteigerungen, trägt aber auch mehr Marktrisiko. Ein niedriger Investitionsgrad kann in Baisse-Phasen schützend wirken, reduziert aber in Hausse-Phasen die Gewinne. Fondsmanager erhöhen den Investitionsgrad häufig, wenn sie optimistisch sind, und fahren ihn herunter, wenn sie Marktrisiken sehen.
Rechenbeispiel
Ein Aktienfonds verwaltet 100 Millionen Euro Vermögen. Der Fondsmanager investiert 85 Millionen Euro in Aktien und Wertpapiere und hält 15 Millionen Euro in Geldmarktfonds und Bankguthaben. Der Investitionsgrad beträgt dann 85 Prozent (85 Millionen geteilt durch 100 Millionen mal 100).
Quellen und Veröffentlichung
Der Investitionsgrad wird regelmäßig in Fondsberichten und auf den Webseiten der Fondsgesellschaften veröffentlicht. Privatanleger finden diese Kennzahl im Fact Sheet oder im Halbjahres- und Jahresbericht des Fonds. Sie dient der Transparenz und hilft bei der Vergleichbarkeit verschiedener Fonds derselben Kategorie.
Verwandte Begriffe sind die Liquiditätsquote (der prozentuale Anteil der Geldbestände), die Netto-Investitionsquote (bereinigt um Leerverkäufe) und die Allokation (die Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen). Ein hoher Investitionsgrad allein ist weder gut noch schlecht – er muss zur Anlagestrategie und zur Marktphase passen.

