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Börsenlexikon

Indische Fonds sind Investmentfonds, die ihr Vermögen überwiegend in Wertpapiere von Unternehmen und Staatsanleihen investieren, die in Indien notiert oder tätig sind.

Indische Fonds gehören zur Kategorie der Schwellenländerfonds (Emerging Markets Funds) und konzentrieren sich auf die Wirtschaft Indiens. Sie können dabei verschiedene Anlagestrategien verfolgen: Manche fokussieren auf große, etablierte Unternehmen (Large-Cap), andere auf mittlere Unternehmen (Mid-Cap) oder kleinere Werte (Small-Cap). Es gibt auch Mischfonds, die Aktien und Anleihen kombinieren, sowie spezialisierte Fonds, die nur bestimmte Branchen wie Informationstechnologie, Finanzdienstleistungen oder Infrastruktur abdecken.

Die Bedeutung für Privatanleger liegt in der Diversifikation eines Portfolios. Indien ist eine der bevölkerungsreichsten Volkswirtschaften mit einer großen Konsumentenbasis und wachsender Mittelschicht. Fonds ermöglichen es Anlegern, an dieser Entwicklung teilzuhaben, ohne einzelne indische Aktien selbst recherchieren und kaufen zu müssen. Allerdings sind Schwellenländer volatiler als entwickelte Märkte – Währungsschwankungen des indischen Rupees gegenüber dem Euro beeinflussen die Rendite zusätzlich.

Bei der Auswahl sollten Anleger auf die Kostenquote (TER) achten, die bei aktiv verwalteten Fonds typischerweise zwischen 1 und 2 Prozent liegt, während passive Indexfonds (ETFs) auf indische Indizes oft unter 1 Prozent kosten. Ein Beispiel: Ein Anleger investiert 10.000 Euro in einen aktiv verwalteten Fonds mit 1,5 Prozent TER und einem ETF mit 0,4 Prozent TER. Nach 20 Jahren würde die Kostenersparnis des ETF bei gleicher Wertentwicklung über 2.200 Euro betragen, abhängig von der erzielten Rendite.

Auch die Wechselkursrisiken sind zu beachten. Da indische Wertpapiere auf Rupees notiert sind, führt eine Schwächung des Rupees gegenüber dem Euro zu Verlusten für europäische Anleger – unabhängig davon, wie sich die indischen Unternehmen entwickeln. Manche Fonds bieten Absicherung gegen Währungsrisiken an (Hedging), was jedoch zusätzliche Kosten verursacht.

Indische Fonds werden häufig mit anderen Schwellenländerfonds oder Emerging-Markets-Fonds verglichen, die breiter über mehrere Länder streuen, sowie mit Asien-Fonds, die neben Indien auch andere asiatische Märkte abdecken. Für gezielt auf Indien fokussierte Anleger können auch einzelne Aktien indischer Unternehmen oder Aktienfonds mit hoher Konzentration auf Indien eine Alternative sein, erfordern aber mehr Recherche und Risiko.