Börsenlexikon
Ein Indexfonds ist ein Investmentfonds, der die Zusammensetzung eines Börsenindex möglichst genau abbildet, indem er die darin enthaltenen Wertpapiere in derselben Gewichtung hält.
Der Indexfonds funktioniert nach dem Prinzip der Indexnachbildung. Der Fondsmanager kauft die Aktien oder Anleihen, aus denen der zugrunde liegende Index besteht – beispielsweise der DAX, der S&P 500 oder der MSCI World – und gewichtet sie identisch. Steigt oder fällt der Index um einen bestimmten Prozentsatz, folgt der Fonds dieser Bewegung nach. Dadurch entsteht eine passive Anlagestrategie: Der Fonds versucht nicht, den Markt zu schlagen, sondern ihn abzubilden.
Für Privatanleger ist der Indexfonds attraktiv, weil er mehrere Vorteile bietet. Erstens entstehen niedrigere Verwaltungskosten als bei aktiv verwalteten Fonds, da kein Fondsmanager ständig einzelne Positionen analysieren und umschichten muss. Diese Kostenersparnis wirkt sich direkt auf die Rendite aus. Zweitens bietet ein Indexfonds breite Diversifikation: Ein Fonds auf den DAX hält beispielsweise Anteile an 40 Unternehmen, ein MSCI-World-Fonds an mehreren tausend Unternehmen weltweit. Dadurch sinkt das Risiko einzelner Fehlentscheidungen. Drittens ist die Wertentwicklung transparent und nachvollziehbar – sie entspricht exakt dem gewählten Index minus der Gebühren.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel verdeutlicht dies: Ein Indexfonds auf einen Index aus drei Aktien mit Marktkapitalisierungen von 100 Millionen Euro, 50 Millionen Euro und 50 Millionen Euro würde diese Wertpapiere im Verhältnis 50:25:25 halten. Steigt der Index um 10 Prozent, steigt auch der Fonds um etwa 10 Prozent (abzüglich Gebühren). Fällt der Index um 5 Prozent, fällt der Fonds ebenfalls um etwa 5 Prozent.
Indexfonds werden häufig als ETFs (Exchange Traded Funds) strukturiert, die wie Aktien an der Börse gehandelt werden. Daneben existieren klassische Indexfonds, die über Fondsgesellschaften vertrieben werden. Beide Varianten verfolgen dasselbe Konzept der passiven Indexnachbildung.
Verwandte Begriffe sind die aktiv verwaltete Fonds, bei denen Manager gezielt einzelne Wertpapiere auswählen, um Überrenditen zu erzielen, sowie Exchange Traded Funds (ETFs), die Indexfonds als börsengehandelte Variante darstellen. Auch der Begriff Tracking Error ist relevant – er misst die Abweichung eines Indexfonds von seinem zugrunde liegenden Index.

