Börsenlexikon
Ein Index ist eine Kennzahl, die die durchschnittliche Wertentwicklung einer definierten Gruppe von Wertpapieren abbildet und damit die Marktbewegung eines Segments oder der Gesamtwirtschaft widerspiegelt.
Indizes funktionieren nach dem Prinzip eines gewichteten Durchschnitts. Die in einem Index enthaltenen Wertpapiere – meist Aktien, seltener Anleihen oder Rohstoffe – werden nach einem festgelegten Schema kombiniert. Bei vielen Aktienindizes bestimmt die Marktkapitalisierung des Unternehmens, wie stark es im Index vertreten ist: Ein großes Unternehmen beeinflusst die Indexbewegung stärker als ein kleines. Daneben gibt es gleichgewichtete Indizes, bei denen jedes Papier unabhängig von seiner Größe den gleichen Einfluss hat.
Ein praktisches Beispiel verdeutlicht dies: Ein vereinfachter Index bestehe aus drei Aktien. Unternehmen A hat eine Marktkapitalisierung von 100 Milliarden Euro, Unternehmen B von 50 Milliarden Euro und Unternehmen C von 50 Milliarden Euro – insgesamt 200 Milliarden Euro. Die Gewichtung beträgt daher A: 50 Prozent, B: 25 Prozent, C: 25 Prozent. Steigt Aktie A um 10 Prozent, B um 5 Prozent und C um 0 Prozent, dann liegt der Indexgewinn bei (50 % × 10 %) + (25 % × 5 %) + (25 % × 0 %) = 6,25 Prozent.
Für Privatanleger sind Indizes von zentraler Bedeutung: Sie dienen als Orientierungspunkt für die Marktentwicklung und als Vergleichsmaßstab für die eigene Anlageperformance. Wer beispielsweise in einen Aktienfonds investiert, kann dessen Rendite mit der eines relevanten Index vergleichen und feststellen, ob der Fondsmanager eine Überrendite erzielt hat. Zudem ermöglichen Indizes eine kostengünstige Breitstreuung durch börsengehandelte Fonds (ETFs) oder Indexfonds, die einen Index einfach nachbilden.
Indizes sind auch Grundlage für Derivate wie Indexoptionen und Index-Futures, mit denen Anleger auf Kursbewegungen spekulieren oder Portfolios absichern können.
Eng verwandte Begriffe sind der Benchmark, ein Vergleichsmaßstab zur Beurteilung von Anlageperformance, die Indexzusammensetzung, die festlegt, welche Wertpapiere aufgenommen werden und nach welchen Kriterien, sowie die Indexmethodologie, die alle Regeln zur Berechnung und Gewichtung dokumentiert. Die Indexrevision beschreibt regelmäßige Überprüfungen, bei denen Wertpapiere ausgetauscht werden, wenn sie die Aufnahmekriterien nicht mehr erfüllen.

