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Börsenlexikon

Ein Index-Zertifikat ist ein Wertpapier, das die Wertentwicklung eines Börsenindex eins zu eins abbildet und dem Inhaber das Recht auf Rückzahlung des entsprechenden Indexwerts bei Fälligkeit oder Verkauf einräumt.

Das Index-Zertifikat funktioniert als Schuldverschreibung des ausgebenden Finanzinstituts. Der Emittent verpflichtet sich, bei Endfälligkeit oder vorzeitigem Verkauf einen Betrag zu zahlen, der der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index entspricht. Steigt der Index um 10 Prozent, steigt auch der Wert des Zertifikats um 10 Prozent; fällt der Index um 5 Prozent, fällt auch das Zertifikat um 5 Prozent.

Funktionsweise mit Beispiel: Ein Privatanleger kauft ein Index-Zertifikat auf den DAX für 10.000 Euro, wenn der DAX bei 20.000 Indexpunkten notiert. Das Bezugsverhältnis beträgt 0,5, das heißt: 1 Indexpunkt entspricht 0,50 Euro. Nach sechs Monaten steht der DAX bei 21.000 Punkten. Das Zertifikat ist nun 10.500 Euro wert. Der Gewinn beträgt 500 Euro oder 5 Prozent. Umgekehrt: Fällt der DAX auf 19.000 Punkte, ist das Zertifikat nur noch 9.500 Euro wert, der Verlust beträgt 500 Euro.

Relevanz für Privatanleger: Index-Zertifikate ermöglichen es, mit einer einzelnen Anlage an der Entwicklung eines ganzen Index zu partizipieren, ohne alle Einzelaktien kaufen zu müssen. Sie eignen sich für Anleger, die auf einen breiten Markt setzen möchten, ohne ein diversifiziertes Portfolio zusammenstellen zu wollen. Der Zugang ist bereits mit kleineren Summen möglich.

Allerdings trägt der Anleger das Emittentenrisiko: Sollte das ausgebende Finanzinstitut zahlungsunfähig werden, ist die Rückzahlung gefährdet. Im Konkursfall gelten Zertifikatinhaber als Gläubiger ohne Sicherheiten. Zudem fallen typischerweise laufende Gebühren an, die die Rendite schmälern.

Index-Zertifikate unterscheiden sich von ETFs (Exchange Traded Funds), die ebenfalls Indizes abbilden, aber als Sondervermögen rechtlich geschützt sind. Beide unterscheiden sich auch von Indexfonds, die aktiv verwaltet werden können, und von Index-Optionsscheinen, die eine Hebelwirkung ermöglichen und mit einem Zeitwertverfall rechnen müssen.