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Börsenlexikon

In Bundesanleihen investieren bedeutet, dass ein Privatanleger Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland kauft und damit dem Staat Geld leiht, für das dieser regelmäßige Zinszahlungen leistet und den Nennbetrag am Laufzeitende zurückzahlt.

Bundesanleihen sind Wertpapiere, die das Bundesfinanzministerium ausgibt, um sich am Kapitalmarkt zu finanzieren. Der Anleger erwirbt damit ein Recht auf Rückzahlung und Zinsen – nicht auf Unternehmensanteile oder Mitspracherechte. Die Bundesanleihen werden an der Börse gehandelt und können jederzeit verkauft werden, bevor sie fällig werden.

Funktionsweise und Rendite

Beim Kauf einer Bundesanleihe zahlt der Anleger einen Kaufpreis und erhält dafür regelmäßige Kuponzahlungen (üblicherweise halbjährlich) sowie die Rückzahlung des Nennwerts bei Fälligkeit. Ein Beispiel: Ein Anleger kauft eine Bundesanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro und einem Kupon von 3 Prozent pro Jahr. Er erhält dann jährlich 300 Euro Zinsen (oder 150 Euro halbjährlich) und bekommt nach Ablauf der Laufzeit – beispielsweise nach 10 Jahren – seine 10.000 Euro zurück.

Der Kurs der Anleihe am Markt kann vom Nennwert abweichen: Steigen die Marktzinsen, sinken die Kurse bestehender Anleihen; fallen die Marktzinsen, steigen die Kurse. Wer die Anleihe vor Fälligkeit verkauft, realisiert einen Gewinn oder Verlust je nach aktuellem Marktpreis.

Relevanz für Privatanleger

Bundesanleihen gelten als sichere Geldanlage, da die Bundesrepublik als Schuldner gilt. Das Ausfallrisiko ist minimal. Sie eignen sich für Anleger, die ihr Vermögen konservativ anlegen, regelmäßige Einkommen erzielen oder einen Teil ihres Portfolios stabilisieren möchten. Die Rendite ist jedoch typischerweise niedriger als bei Aktien oder Unternehmensanleihen.

Bundesanleihen unterliegen der Besteuerung: Kuponzinsen und Kursgewinne werden nach den geltenden Einkommensteuervorschriften besteuert; die jeweils aktuellen Sätze und Freibeträge sind maßgeblich. Auch Inflationsrisiken spielen eine Rolle – bei hoher Inflation sinkt die Kaufkraft der festen Zinszahlungen.

Verwandte Konzepte sind Staatsanleihen anderer Länder, die ähnlich funktionieren aber höhere Renditen oder Risiken bieten, Unternehmensanleihen, bei denen Unternehmen statt Staaten Schuldner sind, sowie Rentenfonds, die mehrere Anleihen gebündelt anbieten und so eine breitere Streuung ermöglichen.