Börsenlexikon
Eine Immobilie ist ein Grundstück oder ein darauf errichtetes Gebäude, das als Vermögensanlage gekauft, gehalten und verkauft werden kann und Einkünfte durch Vermietung oder Wertsteigerung generiert.
Für Privatanleger stellt eine Immobilie eine direkte Sachwertanlage dar. Im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen wird dabei nicht ein Anteil an einem Unternehmen oder eine Forderung erworben, sondern ein konkretes, physisches Objekt. Der Anleger wird Eigentümer und kann die Immobilie selbst nutzen oder an Dritte vermieten.
Die Rendite einer Immobilie setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der Mietrendite und der Wertsteigerung. Die Mietrendite berechnet sich, indem die jährliche Nettomiete durch den Kaufpreis dividiert wird. Ein Investor kauft eine Wohnung für 400.000 Euro und vermietet sie für 1.200 Euro pro Monat. Die jährliche Bruttomiete beträgt 14.400 Euro. Nach Abzug von Instandhaltungskosten, Verwaltung und Versicherung (beispielsweise 3.000 Euro pro Jahr) ergibt sich eine Nettomiete von 11.400 Euro, was einer Mietrendite von etwa 2,85 Prozent entspricht. Zusätzlich kann der Wert der Immobilie über die Zeit steigen, was eine zweite Ertragquelle darstellt.
Für Privatanleger bietet der Immobilienerwerb Vorteile wie Inflationsschutz und Fremdkapitalnutzung: Durch einen Hypothekenkredit kann mit relativ kleinem Eigenkapital ein großes Vermögen kontrolliert werden. Gleichzeitig entstehen Nachteile wie hohe Transaktionskosten beim Kauf und Verkauf, mangelnde Liquidität (der Verkauf dauert Monate bis Jahre), laufende Instandhaltungskosten und Leerstandsrisiko bei Vermietung.
Der Immobilienmarkt unterliegt regionalen Unterschieden und wird von Faktoren wie Zinsniveaus, Bevölkerungsentwicklung und infrastruktureller Ausstattung beeinflusst. Steuern fallen je nach Haltungsdauer und Nutzungsart an; die geltenden Regelungen sind maßgeblich.
Verwandte Begriffe sind der Mietrendite als Kennzahl für die jährliche Rendite aus Mieteinnahmen, die Immobilienblase als überproportionale Preissteigerung gefolgt von Kursverfall, und REITs (Real Estate Investment Trusts), die es Anlegern ermöglichen, in Immobilienportfolios zu investieren, ohne selbst Eigentümer zu werden.

