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Börsenlexikon

„Im Aufwind" bezeichnet eine Phase, in der ein Wertpapier, ein Sektor oder ein Markt über einen längeren Zeitraum hinweg steigende Kurse aufweist und positive Marktsentimente vorherrschen.

Der Ausdruck beschreibt eine Aufwärtsbewegung, die sich selbst verstärkt. Wenn Kurse steigen, weckt dies Kaufinteresse bei Anlegern, die von weiteren Gewinnen ausgehen. Gleichzeitig können steigende Kurse auch Verkäufer dazu bewegen, ihre Positionen zu halten, statt zu verkaufen. Dieser psychologische Effekt trägt dazu bei, dass der Aufwärtstrend anhält. Für Privatanleger ist die Erkenntnis eines „Aufwinds" deshalb relevant, weil sie damit Trends frühzeitig erkennen und ihre Anlageentscheidungen danach ausrichten können.

Ein Aufwind kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden: verbesserte Unternehmensgewinne, sinkende Zinsen, positive konjunkturelle Daten oder Branchennachrichten. Ein Anleger, der ein Unternehmen beobachtet, könnte beispielsweise bemerken, dass dieses über mehrere Quartale hinweg Gewinne steigert, während der Aktienkurs von 50 Euro auf 65 Euro anwächst. Wenn gleichzeitig Analysten ihre Kursziele erhöhen und Finanzmedien positiv über die Branche berichten, verstärkt sich der Aufwind weiter.

Der Begriff unterscheidet sich vom bloßen Kursanstieg: Ein Wertpapier kann einen Tag lang 5 Prozent zulegen, ohne im Aufwind zu sein. Ein Aufwind ist dagegen eine nachhaltigere Bewegung, die Wochen oder Monate andauert und von breiterem Marktinteresse getragen wird. Privatanleger sollten allerdings beachten, dass ein Aufwind nicht unbegrenzt anhält. Irgendwann führen Gewinnmitnahmen, veränderte Rahmenbedingungen oder Marktkonkorrenz dazu, dass die Aufwärtsbewegung endet.

Verwandte Konzepte sind der Aufwärtstrend, der die technische Chartbewegung beschreibt, sowie die Hausse, die einen längerfristigen Bullenmarkt bezeichnet. Auch der Begriff des Momentum ist eng verwandt, da er die Kraft einer Kursbewegung misst und zeigt, wie stark der Aufwind tatsächlich ist. Privatanleger können Aufwinde nutzen, um in aussichtsreiche Positionen einzusteigen, sollten aber nie vergessen, dass jeder Aufwind irgendwann endet und dass Diversifikation und Risikomanagement wichtiger bleiben als das Verfolgen von Trends.