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Börsenlexikon

Das Handelsvolumen ist die Gesamtmenge von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten, die in einem bestimmten Zeitraum an einer Börse oder in einem Handelssystem umgesetzt werden, gemessen in Stückzahl oder Geldwert.

Das Handelsvolumen wird täglich an Börsen weltweit erfasst und veröffentlicht. Es beziffert, wie viele Aktien, Anleihen, Optionen oder andere Instrumente tatsächlich den Besitzer gewechselt haben. Die Messung erfolgt entweder in physischen Einheiten (beispielsweise „2 Millionen Aktien gehandelt") oder in Geldwert (beispielsweise „500 Millionen Euro Umsatz"). Beide Angaben ergänzen sich: Wenn an einem Tag 1 Million Aktien zu durchschnittlich 50 Euro je Aktie gehandelt werden, beträgt das Volumen in Stückzahl 1 Million und das Geldvolumen 50 Millionen Euro.

Für Privatanleger ist das Handelsvolumen ein Indikator für die Liquidität eines Wertpapiers. Ein hohes Volumen bedeutet, dass viele Käufer und Verkäufer aktiv sind, weshalb Kauf- und Verkaufsaufträge schnell ausgeführt werden und die Geld-Brief-Spannen (der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis) eng ausfallen. Ein niedriges Volumen deutet darauf hin, dass es schwierig sein kann, größere Positionen zu verkaufen, ohne den Preis erheblich zu beeinflussen. Besonders bei kleineren Unternehmen oder exotischen Wertpapieren können breite Spannen entstehen, die Kosten für Ein- und Ausstieg erhöhen.

Das Handelsvolumen wird auch zur technischen Analyse herangezogen: Steigt der Kurs eines Wertpapiers auf hohes Volumen, deuten Analysten dies als Bestätigung des Trends. Umgekehrt kann ein Kursanstieg auf niedriges Volumen als weniger verlässlich eingestuft werden.

Rechenbeispiel: An einem Handelstag werden von einer Aktie 5 Millionen Anteile zu einem durchschnittlichen Kurs von 25 Euro umgesetzt. Das Stückvolumen beträgt 5 Millionen Aktien, das Geldvolumen 125 Millionen Euro.

Das Handelsvolumen steht in direkter Verbindung zur Liquidität eines Wertpapiers und wird oft zusammen mit der Volatilität betrachtet, um das Risiko einer Position zu bewerten. Auch die Marktkapitalisierung und der durchschnittliche tägliche Umsatz eines Wertpapiers hängen mit dem Handelsvolumen zusammen und helfen Anlegern, die Größe und Aktivität eines Marktsegments einzuschätzen.