Börsenlexikon
Going Public ist der Börsengang eines Unternehmens, bei dem Aktien des Unternehmens erstmals öffentlich am Kapitalmarkt gehandelt werden.
Going Public beschreibt den Prozess, bei dem ein privates, nicht börsennotiertes Unternehmen seine Aktien an einer Börse zum Handel zulässt. Das Unternehmen gibt dabei einen Teil seiner Anteile (oder in seltenen Fällen alle Anteile) an die Öffentlichkeit ab. Diese Transaktion wird auch als Initial Public Offering (IPO) bezeichnet.
Der Börsengang ermöglicht es dem Unternehmen, Kapital von Investoren am Kapitalmarkt zu beschaffen. Statt sich nur bei Banken oder privaten Investoren Geld zu leihen, kann das Unternehmen durch den Verkauf von Aktien direkt Eigenkapital aufnehmen. Ein Unternehmen könnte beispielsweise 20 Prozent seiner Anteile an die Börse bringen und damit 50 Millionen Euro für Expansion oder Schuldenabbau einsammeln.
Für Privatanleger ist Going Public relevant, weil es neue Investitionsmöglichkeiten eröffnet. Vor dem Börsengang sind Unternehmensanteile oft nur für Großinvestoren oder Gründer erhältlich. Nach Going Public können auch Privatanleger mit kleinen Summen Aktien des Unternehmens kaufen. Dies ermöglicht eine breitere Vermögensstreuung und Partizipation an Unternehmenswachstum.
Der Börsengang bringt für das Unternehmen auch Transparenzpflichten mit sich. Börsennotierte Unternehmen müssen regelmäßig Geschäftsberichte veröffentlichen und unterliegen strengeren Regulierungen. Dies erhöht die Informationsverfügbarkeit für Anleger.
Der Prozess eines Börsengangs folgt typischerweise einem standardisierten Ablauf: Das Unternehmen wählt eine oder mehrere Investmentbanken als Emissionsbanken, die den Börsengang organisieren. Diese führen eine Bewertung durch, legen einen Ausgabepreis fest und vermarkten die Aktien an institutionelle und private Investoren. Nach der Zuteilung werden die Aktien an der Börse zum Handel freigegeben.
Going Public ist eng mit verwandten Konzepten verknüpft. Das Prospekt ist das rechtlich vorgeschriebene Dokument, das Anleger vor dem Kauf erhalten und das Risiken sowie Geschäftsmodell des Unternehmens offenlegt. Die Börsennotierung ist der Zustand nach erfolgreichem Going Public, wenn die Aktie regelmäßig an der Börse gehandelt wird. Die Kapitalerhöhung ist der Mechanismus, durch den neue Aktien geschaffen und ausgegeben werden. Sekundärmarkt bezeichnet den Handel dieser Aktien zwischen Investoren nach dem Börsengang, im Unterschied zum Primärmarkt des Börsengangs selbst.

