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Börsenlexikon

Gesamtkapital ist die Summe aller Geldmittel, die ein Unternehmen zur Finanzierung seiner Vermögenswerte einsetzt, bestehend aus Eigenkapital und Fremdkapital.

Das Gesamtkapital erscheint auf der Passivseite einer Bilanz und zeigt die gesamte Kapitalstruktur eines Unternehmens. Es setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem Eigenkapital (Anteile der Eigentümer und Gewinne, die im Unternehmen geblieben sind) und dem Fremdkapital (Kredite, Anleihen und sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Dritten). Diese beiden Positionen müssen auf der Aktivseite der Bilanz exakt durch das Vermögen des Unternehmens (Maschinen, Gebäude, Forderungen, Kassenbestände) gegenfinanziert werden.

Für Privatanleger ist das Gesamtkapital ein wichtiger Indikator für die Größe und Finanzierungsstruktur eines Unternehmens. Es ermöglicht Rückschlüsse auf die finanzielle Stabilität: Ein Unternehmen mit hohem Eigenkapitalanteil am Gesamtkapital gilt üblicherweise als weniger risikobehaftet als eines, das stark auf Fremdkapital angewiesen ist. Durch den Vergleich des Gesamtkapitals über mehrere Jahre hinweg lässt sich das Wachstum eines Unternehmens nachvollziehen.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Zusammensetzung: Ein Produktionsunternehmen hat ein Eigenkapital von 50 Millionen Euro und Verbindlichkeiten von 30 Millionen Euro. Das Gesamtkapital beträgt demnach 80 Millionen Euro. Auf der Aktivseite müssen entsprechend Vermögenswerte in Höhe von 80 Millionen Euro vorhanden sein – etwa Fabrikgebäude (40 Millionen), Maschinen (25 Millionen), Lagerbestände (10 Millionen) und Bankguthaben (5 Millionen).

Mit dem Gesamtkapital eng verbunden sind die Begriffe Eigenkapitalquote (der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital, ausgedrückt in Prozent) und Fremdkapitalquote (der Anteil des Fremdkapitals). Eine hohe Eigenkapitalquote signalisiert finanzielle Unabhängigkeit, während eine hohe Fremdkapitalquote auf größere Zinsbelastungen hindeutet. Zudem ist die Kapitalstruktur relevant, die beschreibt, wie ein Unternehmen sein Gesamtkapital zwischen Eigen- und Fremdkapital aufteilt – eine strategische Entscheidung mit Auswirkungen auf Rentabilität und Risiko.