Menü
Das neue sharewise ist da Übersichtlicher, schneller, mit heller und dunkler Ansicht — und allem, was du kennst. Jetzt ausprobieren
Microsoft selbst warnt vor der Verwendung von Internet Explorer, da er nicht mehr den neuesten Web- und Sicherheitsstandards entspricht. Wir können daher nicht garantieren, dass die Seite im Internet Explorer in vollem Umfang funktioniert. Nutze bitte Chrome oder Firefox.

Börsenlexikon

Der General Standard ist das Regelwerk der Deutschen Börse, das weniger strenge Zulassungs- und Transparenzanforderungen festlegt als das Prime Standard Segment und sich an etablierte, größere Unternehmen richtet, die bereits ein anerkanntes Geschäftsmodell nachgewiesen haben.

Das General Standard Segment bildet die mittlere Kategorie der Frankfurter Wertpapierbörse. Unternehmen, die hier notiert sind, müssen die gesetzlichen Mindestanforderungen des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes erfüllen, unterliegen aber nicht den zusätzlichen Governance- und Offenlegungsverpflichtungen des Prime Standard. Das bedeutet konkret: Sie müssen Jahresabschlüsse nach HGB (Handelsgesetzbuch) oder IFRS veröffentlichen, nicht zwingend nach internationalen Standards berichten, und ihre Bilanzpressekonferenzen sind nicht für die Öffentlichkeit verpflichtend.

Für Privatanleger ist der General Standard relevant, weil er ein breites Spektrum etablierter Mittelständler und größerer Unternehmen abdeckt, die nicht die strengsten Transparenzvorgaben erfüllen wollen oder müssen. Die Liquidität der Aktien ist hier oft geringer als im Prime Standard, was bedeutet, dass Kauf- und Verkaufsaufträge zu größeren Preisabständen ausgeführt werden können. Andererseits bietet das Segment Zugang zu Unternehmen, die solide wirtschaften, aber weniger internationale Investoren anziehen.

Ein Privatanleger, der eine Aktie aus dem General Standard kauft, sollte sich bewusst machen, dass die Informationsdichte geringer ausfällt als bei Prime Standard Unternehmen. Jahresberichte erscheinen später, Ad-hoc-Mitteilungen sind weniger häufig, und die Analystenabdeckung ist typischerweise dünner. Das erfordert eigenständigere Recherche und birgt ein höheres Informationsasymmetrie-Risiko.

Der General Standard unterscheidet sich vom Entry Standard, das noch niedrigere Anforderungen stellt und hauptsächlich kleineren und jungen Unternehmen offensteht. Umgekehrt verlangt der Prime Standard deutlich mehr Transparenz, kontinuierliche Analystenabdeckung und Einhaltung internationaler Corporate-Governance-Kodizes. Daneben existiert noch das Regulated Market Segment, das ebenfalls Mindeststandards setzt, aber weniger fokussiert ist als General Standard.

Wer in General Standard Aktien investiert, wählt damit bewusst eine Zwischenposition: mehr Sicherheit als bei sehr kleinen Unternehmen, aber auch weniger Transparenz und Liquidität als im Prime Standard.