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Börsenlexikon

Geldmarktpapiere sind kurzfristige Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von maximal 12 Monaten, die von Staaten, Banken und Unternehmen emittiert werden, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken.

Geldmarktpapiere unterscheiden sich von klassischen Anleihen durch ihre kurze Laufzeit und ihre hohe Liquidität. Sie werden typischerweise mit Restlaufzeiten zwischen wenigen Tagen und zwölf Monaten gehandelt. Der Anleger kauft das Papier unter dem Nennwert und erhält bei Fälligkeit den vollen Nennwert zurück; die Differenz stellt die Rendite dar. Alternativ können Geldmarktpapiere auch Zinsen tragen, die ebenfalls bei Fälligkeit ausgezahlt werden.

Die wichtigsten Emittenten sind Zentralbanken, Geschäftsbanken und große Unternehmen. Staaten nutzen Geldmarktpapiere, um kurzfristige Haushaltsdefizite zu finanzieren. Banken bedienen sich dieser Instrumente, um ihre tägliche Liquidität zu steuern. Für Privatanleger sind Geldmarktpapiere über spezialisierte Fonds oder als Einzeltitel zugänglich, allerdings liegt die Mindestanlagesumme bei Einzelpapieren oft im fünfstelligen Bereich.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht das Funktionsprinzip: Ein Anleger kauft ein Geldmarktpapier mit Nennwert von 100.000 Euro und einer Restlaufzeit von 6 Monaten zum Kurs von 98.500 Euro. Nach 6 Monaten erhält er 100.000 Euro zurück. Der Gewinn beträgt 1.500 Euro, was einer annualisierten Rendite von etwa 3 Prozent entspricht.

Für Privatanleger spielen Geldmarktpapiere vor allem als Bestandteil von Geldmarktfonds eine Rolle. Diese Fonds bieten Zugang zu einem diversifizierten Portfolio von Geldmarktpapieren mit geringeren Einstiegsbeträgen. Der Vorteil liegt in der hohen Sicherheit und Stabilität: Da die Laufzeiten sehr kurz sind, reagieren Geldmarktpapiere weniger stark auf Zinsänderungen als längerfristige Anleihen. Gleichzeitig sind die Renditen moderat und hängen vom aktuellen Zinsniveau ab.

Geldmarktpapiere erfüllen im Portfolio oft die Funktion eines Liquiditätspuffers oder einer sicheren Geldanlage für Beträge, die kurzfristig verfügbar sein sollen. Sie sind eng verwandt mit Commercial Papers, die Unternehmen zur kurzfristigen Finanzierung nutzen, und mit Staatsanleihen, die längerfristig strukturiert sind. Auch der Geldmarktsatz, der den Zinssatz für kurzfristige Interbanken-Kreditvergabe abbildet, ist ein verwandtes Konzept, da er das Preisniveau für kurzfristige Liquidität anzeigt.