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Börsenlexikon

Geldmarktfonds sind Investmentfonds, die überwiegend in kurzfristige Schuldtitel und Geldmarktinstrumente mit Laufzeiten bis zu 12 Monaten investieren, um Kapitalerhalt bei minimaler Rendite zu erzielen.

Geldmarktfonds konzentrieren sich auf Wertpapiere mit kurzer Restlaufzeit, typischerweise unter einem Jahr. Zu ihren Anlageinstrumenten gehören Schatzwechsel von Staaten, Commercial Paper von Unternehmen, Tagesgelder und kurzfristige Bankanleihen. Im Gegensatz zu Rentenfonds, die auch längerfristige Anleihen halten, minimieren Geldmarktfonds das Zinsrisiko durch die kurze Duration ihrer Positionen.

Das Anlageziel liegt auf Kapitalerhalt und Liquidität statt auf hohen Renditen. Die Fondsanteile schwanken daher deutlich weniger als bei anderen Fondsarten. Für Privatanleger stellen Geldmarktfonds eine Alternative zu Tagesgeldkonten dar, wenn sie kurzfristig verfügbare Mittel anlegen möchten und gleichzeitig eine leicht höhere Rendite anstreben.

Die Rendite eines Geldmarktfonds hängt vom Zinsniveau ab. In einem Szenario mit durchschnittlichen Marktzinsen könnte ein Fonds Schatzwechsel mit einer Restlaufzeit von 6 Monaten und einem Zins von 3,5 Prozent halten. Parallel investiert er in Commercial Paper mit 3,8 Prozent Rendite und Restlaufzeit von 3 Monaten. Nach Abzug der Fondsgebühren (üblicherweise 0,1 bis 0,5 Prozent pro Jahr) erhalten Anleger eine entsprechend reduzierte Nettorendite. Bei Fondsgebühren von beispielsweise 0,25 Prozent pro Jahr würde die Nettorendite in diesem Szenario zwischen 3,0 und 3,5 Prozent liegen.

Geldmarktfonds eignen sich besonders für Anleger mit kurzem Anlagehorizont oder solche, die einen Teil ihres Vermögens in einem stabilen, schnell verfügbaren Instrument halten möchten. Sie werden oft als Zweitanlage neben längerfristigen Wertpapieren genutzt.

Verwandte Konzepte sind der Geldmarkt selbst, auf dem kurzfristige Kredite und Wertpapiere gehandelt werden, sowie Rentenfonds, die in längerfristige Schuldtitel investieren. Auch das Tagesgeldkonto verfolgt ein ähnliches Ziel der Kapitalerhaltung, bietet aber typischerweise weniger Flexibilität bei der Renditegestaltung. Geldmarktfonds unterscheiden sich zudem von Liquiditätsfonds durch eine etwas längere durchschnittliche Laufzeit ihrer Positionen.