Börsenlexikon
Geld ist der Kurs, zu dem Marktteilnehmer bereit sind, Wertpapiere zu kaufen.
Im Börsenhandel wird zwischen zwei Preisen unterschieden: dem Geldkurs (Bid) und dem Briefkurs (Ask). Der Geldkurs ist das höchste Gebot, das ein Käufer in einem bestimmten Moment für ein Wertpapier zahlen möchte. Er wird von der Nachfrageseite des Marktes bestimmt. Wenn ein Privatanleger eine Aktie verkaufen will, erhält er den Geldkurs – nicht den Briefkurs, den andere Verkäufer fordern.
Das Gegenstück zum Geldkurs ist der Briefkurs (auch Angebotskurs oder Ask genannt). Dieser ist der niedrigste Preis, zu dem Verkäufer ihre Wertpapiere anbieten. Die Differenz zwischen beiden Kursen heißt Spread und stellt einen Kostenfaktor für jeden Handel dar.
Praktisches Beispiel: Eine Aktie wird an der Börse mit einem Geldkurs von 49,80 Euro und einem Briefkurs von 50,20 Euro notiert. Ein Anleger, der die Aktie kaufen möchte, zahlt 50,20 Euro (Briefkurs). Ein Anleger, der verkaufen möchte, erhält 49,80 Euro (Geldkurs). Der Spread beträgt 0,40 Euro oder etwa 0,8 Prozent des Kurses. Bei illiquiden Wertpapieren oder in volatilen Marktphasen kann dieser Spread deutlich größer ausfallen.
Für Privatanleger ist das Verständnis des Geldkurses wichtig, weil er direkt beeinflusst, zu welchem Preis ein Verkauf tatsächlich ausgeführt wird. Der Geldkurs ist immer niedriger als der Briefkurs, weshalb Anleger beim Verkauf grundsätzlich einen Nachteil gegenüber dem aktuellen Mittelkurs haben. In Zeiten niedriger Liquidität – etwa bei kleineren Nebenwerten oder nach Börsenschluss – kann dieser Nachteil erheblich sein.
Die Höhe des Geldkurses hängt von Angebot und Nachfrage ab. Steigt die Nachfrage nach einem Wertpapier, zieht der Geldkurs nach oben. Sinkt sie, fällt auch der Geldkurs. Market Maker und Liquiditätsanbieter stellen beide Kurse zur Verfügung und verdienen an der Spanne zwischen ihnen.
Verwandte Konzepte sind der Briefkurs als Verkaufsseite der Preisbildung, der Spread als Kostenelement des Handels und die Liquidität eines Wertpapiers, die bestimmt, wie eng oder breit der Abstand zwischen Geld- und Briefkurs ausfällt.

