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Börsenlexikon

Die Geld-Brief-Spanne (englisch: Bid-Ask-Spread) ist die Differenz zwischen dem Kurs, zu dem ein Käufer ein Wertpapier erwerben möchte (Brief), und dem Kurs, zu dem ein Verkäufer es abgeben möchte (Geld).

An der Börse treffen Käufer und Verkäufer nicht zu einem einzigen Preis aufeinander. Stattdessen gibt es zwei Kurse: Der Geldkurs (Bid) ist der Preis, den ein Käufer maximal zahlen will. Der Briefkurs (Ask) ist der Preis, zu dem ein Verkäufer mindestens verkaufen möchte. Die Spanne zwischen diesen beiden Kursen ist die Geld-Brief-Spanne. Sie wird in absoluten Cent- oder Euro-Beträgen oder in Prozentpunkten angegeben.

Diese Spanne entsteht, weil Market Maker und Händler ein Risiko tragen, wenn sie Wertpapiere in ihr Bestandsportefeuille aufnehmen. Sie müssen auch ihre Betriebskosten und Gewinnmargen decken. Je liquider ein Wertpapier – also je häufiger es gehandelt wird – desto enger ist die Spanne typischerweise. Umgekehrt ist die Spanne bei wenig gehandelten Papieren größer.

Rechenbeispiel: Eine Aktie notiert mit einem Geldkurs von 49,80 Euro und einem Briefkurs von 50,00 Euro. Die absolute Geld-Brief-Spanne beträgt 0,20 Euro. Relativ zur Mitte der Spanne (49,90 Euro) entspricht dies etwa 0,20 Prozent. Ein Anleger, der 100 Aktien kauft und sofort wieder verkauft, erleidet einen Verlust in Höhe dieser Spanne: Kaufkosten 5.000 Euro, Verkaufserlös 4.980 Euro, Differenz 20 Euro.

Für Privatanleger ist die Geld-Brief-Spanne ein direkter Kostenfaktor. Sie verringert die Rendite beim Kauf und schmälert den Erlös beim Verkauf. Bei häufigem Handel oder bei Positionen in illiquiden Wertpapieren können sich diese Kosten erheblich summieren. Daher ist es sinnvoll, beim Wertpapierkauf auf die Spanne zu achten und bei mehreren handelbaren Optionen die engere Spanne zu bevorzugen.

Die Geld-Brief-Spanne hängt eng mit der Liquidität eines Wertpapiers zusammen: Beide sind Indikatoren dafür, wie leicht sich ein Papier kaufen und verkaufen lässt. Verwandte Konzepte sind die Handelskosten (die auch Maklergebühren und Courtage enthalten) und der Slippage (die Abweichung zwischen erwarteter und tatsächlich ausgeführter Orderausführung bei größeren Volumina).