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Börsenlexikon

Geld kurzfristig sicher anlegen bezeichnet die Strategie, Vermögen für einen Zeitraum von wenigen Tagen bis zu etwa zwei Jahren in Finanzinstrumente zu investieren, die geringe Verlustrisiken bieten und schnell zu Bargeld umgewandelt werden können.

Diese Anlagestrategie richtet sich an Privatanleger, die über Rücklagen verfügen, die sie nicht unmittelbar benötigen, aber auch nicht langfristig binden möchten. Das Ziel besteht darin, eine über der Inflation liegende Rendite zu erzielen, ohne dabei Kapital in schwankungsanfällige Wertpapiere wie Aktien zu investieren.

Die gängigsten Instrumente für sichere kurzfristige Geldanlage sind Tagesgelder, Festgelder und kurzlaufende Anleihen. Beim Tagesgeld kann der Anleger täglich über sein Geld verfügen und erhält variable Zinsen, die sich an den Marktzinsen orientieren. Festgelder binden das Kapital für einen festgelegten Zeitraum (etwa 3, 6 oder 12 Monate) und zahlen dafür einen festen Zinssatz. Kurzlaufende Anleihen sind Schuldverschreibungen mit einer Restlaufzeit von unter zwei Jahren.

Rechenbeispiel: Ein Anleger verfügt über 10.000 Euro, die er für 6 Monate anlegen möchte. Bei einem angebotenen Festgeldzinssatz von 3 Prozent pro Jahr erhält er für die halbe Laufzeit folgende Zinsen: 10.000 Euro × 3 Prozent ÷ 2 = 150 Euro. Nach 6 Monaten stehen ihm 10.150 Euro zur Verfügung.

Der Vorteil dieser Anlagestrategie liegt in der Planbarkeit: Der Anleger kennt seine Rendite im Voraus und muss keine täglichen Kursschwankungen ertragen. Das Risiko ist deutlich geringer als bei Aktien oder Aktienfonds. Allerdings ist die Rendite auch begrenzt – sie liegt typischerweise unter der langfristigen Rendite von Aktieninvestitionen.

Ein wesentliches Merkmal ist die Liquidität: Das Geld ist nicht langfristig gebunden und kann bei Bedarf schnell verfügbar gemacht werden. Dies macht kurzfristige sichere Geldanlage besonders für den Aufbau von Notfallfonds oder die Zwischenlagerung von Kapital sinnvoll.

Die Wahl zwischen einzelnen Instrumenten hängt von der genauen Verfügbarkeitspräferenz ab. Wer maximale Flexibilität braucht, wählt Tagesgeld. Wer bereit ist, sein Geld für einen festen Zeitraum zu binden, kann mit Festgeld oder kurzfristigen Rentenpapieren höhere Zinsen erzielen. Verwandte Begriffe sind Geldmarkt, Anleihe, Zinseszinseffekt und Rendite.