Börsenlexikon
Garantiefonds sind Investmentfonds, die dem Anleger eine Rückzahlung von mindestens einem vertraglich festgelegten Anteil des eingezahlten Kapitals zum Ende der Laufzeit garantieren, unabhängig von der Wertentwicklung der im Fonds gehaltenen Vermögenswerte.
Funktionsweise
Der Garantiemechanismus funktioniert typischerweise über eine Kombination aus zwei Komponenten: Ein großer Teil des Fondsvermögens wird in sichere, ertragsschwache Wertpapiere wie Staatsanleihen oder Geldmarktinstrumente investiert. Diese „Sicherungskomponente" wird so dimensioniert, dass sie bis zum Laufzeitende die garantierte Rückzahlung sicherstellt. Der verbleibende Teil des Vermögens wird in risikoreichere Anlageklassen wie Aktien oder Unternehmensanleihen investiert, um Renditechancen zu bieten. Dieser „Chancenkomponente" kommt bei positiver Marktentwicklung der Ertrag zugute.
Praktisches Beispiel: Ein Anleger investiert 10.000 Euro in einen Garantiefonds mit einer Laufzeit von 5 Jahren und einer Garantiequote von 100 Prozent. Der Fondsmanager legt 8.000 Euro in sichere Anleihen an, die sich bis zur Endfälligkeit auf exakt 10.000 Euro entwickeln. Die restlichen 2.000 Euro werden in Aktienfonds angelegt. Sollte der Aktienanteil komplett wertlos werden, erhält der Anleger am Ende dennoch die garantierten 10.000 Euro. Steigen die Aktien hingegen auf 3.500 Euro, bekommt er 13.500 Euro ausbezahlt.
Bedeutung für Privatanleger
Garantiefonds richten sich an Anleger, die Renditechancen suchen, aber eine Verlustabsicherung benötigen. Die Garantie reduziert das Risiko erheblich, hat aber Kosten: Die Fondsgebühren sind typischerweise höher als bei vergleichbaren offenen Fonds ohne Garantie, da die Absicherungsmechanismen Ressourcen erfordern. Zudem ist die Garantie an die Bonität des Garantiegebers gebunden – meist die Kapitalanlagegesellschaft oder eine Partnerbank. Bei deren Insolvenz kann die Garantie gefährdet sein.
Die Laufzeitgebundenheit ist ein weiterer Aspekt: Garantien gelten nur bei Haltung bis zur Endfälligkeit. Ein vorzeitiger Verkauf kann zu Kursverlusten führen, wenn Marktbedingungen ungünstig sind.
Verwandte Konzepte sind Kapitalschutzfonds, die ähnliche Schutzmechanismen nutzen, sowie Strukturierte Produkte, die Garantien und Chancen ebenfalls kombinieren. Der Unterschied liegt in der regulatorischen Behandlung und der Transparenz. Mit Zertifikaten lassen sich vergleichbare Auszahlungsprofile ebenfalls konstruieren, sie unterliegen aber anderen Risiken wie dem Emittentenrisiko.

