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Börsenlexikon

Die Eigenkapitalquote ist der Prozentsatz, um den das Eigenkapital eines Unternehmens dessen Gesamtvermögen ausmacht.

Sie wird berechnet, indem das Eigenkapital durch die Bilanzsumme (Gesamtvermögen) geteilt und das Ergebnis mit 100 multipliziert wird. Die Formel lautet: (Eigenkapital ÷ Bilanzsumme) × 100 = Eigenkapitalquote in Prozent.

Beispiel: Ein Unternehmen hat ein Eigenkapital von 30 Millionen Euro und eine Bilanzsumme von 100 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote beträgt dann (30 ÷ 100) × 100 = 30 Prozent. Das bedeutet, dass 30 Prozent des Vermögens durch eigene Mittel finanziert sind, während 70 Prozent aus Fremdkapital (Schulden) stammen.

Relevanz für Privatanleger

Die Eigenkapitalquote ist ein zentraler Indikator für die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit eines Unternehmens. Eine höhere Quote signalisiert grundsätzlich geringeres finanzielles Risiko: Das Unternehmen ist weniger abhängig von Kreditgebern und kann Krisen leichter bewältigen. Eine niedrige Quote deutet darauf hin, dass das Unternehmen stark fremdfinanziert ist und bei Umsatzrückgängen oder Zinserhöhungen schneller in Schwierigkeiten geraten kann.

Allerdings ist die Quote nicht isoliert zu bewerten. Sie hängt stark von der Branche ab. Kapitallastige Industrien wie Versorgungsunternehmen oder Immobilienkonzerne haben typischerweise niedrigere Quoten als Dienstleistungsunternehmen. Eine Quote von 20 Prozent kann in einer Branche normal, in einer anderen ein Warnsignal sein.

Privatanleger sollten die Eigenkapitalquote zusammen mit verwandten Kennzahlen wie der Verschuldungsquote (das Verhältnis von Fremdkapital zur Bilanzsumme) und dem Verschuldungsgrad (Fremdkapital dividiert durch Eigenkapital) betrachten. Diese Kennzahlen ergänzen sich gegenseitig und geben ein vollständigeres Bild der Kapitalstruktur. Auch die Rentabilität des Eigenkapitals ist relevant: Ein Unternehmen mit niedriger Quote kann trotzdem erfolgreich sein, wenn es die Fremdmittel gewinnbringend einsetzt.

Die Eigenkapitalquote findet sich in den veröffentlichten Jahresabschlüssen und Finanzberichten börsennotierter Unternehmen und wird von vielen Finanzportalen berechnet und angezeigt.