Börsenlexikon
EBITDA ist der Gewinn eines Unternehmens vor Abzug von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen.
Das Kürzel steht für „Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization". EBITDA wird berechnet, indem vom Nettogewinn (oder vom operativen Ergebnis) die Posten Zinszahlungen, Ertragsteuern, Abschreibungen auf Sachanlagen sowie Amortisationen auf immaterielle Vermögenswerte wieder hinzugerechnet werden.
Der praktische Nutzen liegt darin, dass EBITDA die operative Leistung eines Unternehmens abbildet, ohne dass Finanzierungsstruktur, Steuerlast oder buchhalterische Bewertungsunterschiede das Bild verzerren. Zwei Unternehmen derselben Branche lassen sich damit besser vergleichen: Ein Unternehmen mit hohen Schulden zahlt viele Zinsen, ein anderes mit wenig Schulden weniger – trotzdem können beide operativ gleich erfolgreich sein. EBITDA zeigt das unverfälscht.
Für Privatanleger ist EBITDA relevant, weil viele Börsenprofis und Analysten es zur Bewertung heranziehen. Die EBITDA-Marge (EBITDA geteilt durch Umsatz) zeigt, wie viel operative Rentabilität ein Geschäft hat. Auch Übernahmebewertungen werden häufig als Vielfaches der EBITDA ausgedrückt.
Rechenbeispiel:
Ein Einzelhandelsunternehmen weist folgende Jahresergebnisse auf: - Nettogewinn: 50 Millionen Euro - Zinszahlungen: 10 Millionen Euro - Ertragsteuern: 20 Millionen Euro - Abschreibungen: 15 Millionen Euro - Amortisationen: 5 Millionen Euro
EBITDA = 50 + 10 + 20 + 15 + 5 = 100 Millionen Euro
Bei einem Umsatz von 500 Millionen Euro beträgt die EBITDA-Marge 20 Prozent. Das zeigt, dass das operative Geschäft vor allen Finanzierungs- und Steuerfragen 100 Millionen Euro erwirtschaftet.
Wichtige Einschränkung: EBITDA ist kein Maßstab für tatsächliche Geldflüsse. Ein Unternehmen kann hohes EBITDA ausweisen, benötigt aber dennoch Geld für Investitionen, Schuldentilgung und Dividenden. Daher sollten Anleger EBITDA immer zusammen mit dem freien Cashflow betrachten, der zeigt, wie viel Geld dem Unternehmen wirklich zur Verfügung steht.
Eng verwandte Begriffe sind das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern, aber nach Abschreibungen), die EBITDA-Marge als Rentabilitätskennzahl und die Enterprise Value-to-EBITDA-Quote (EV/EBITDA), ein häufig genutztes Bewertungsmultipel im Aktienvergleich.

