Börsenlexikon
EAT ist das Nettoeinkommen eines Unternehmens nach Abzug aller Betriebskosten, Steuern und Zinsen.
Der Begriff steht für „Earnings After Tax" und beschreibt den Gewinn, der dem Unternehmen nach sämtlichen Ausgaben verbleibt. Er wird auch als Nettogewinn oder Jahresüberschuss bezeichnet und ist die unterste Zeile der Gewinn- und Verlustrechnung. Das EAT zeigt, wie viel tatsächlicher Gewinn ein Unternehmen in einer Periode erwirtschaftet hat – und damit auch, welche Mittel für Dividendenzahlungen, Reinvestitionen oder Schuldenabbau verfügbar sind.
Für Privatanleger ist das EAT eine zentrale Kennzahl, da es die echte Rentabilität eines Unternehmens abbildet. Ein Unternehmen kann hohe Umsätze erzielen, aber durch hohe Kosten oder Steuern dennoch wenig Gewinn machen. Das EAT offenbart diese Realität. Anleger nutzen das EAT häufig, um die Gewinnqualität zu beurteilen und verschiedene Unternehmen vergleichbar zu machen.
Rechenbeispiel:
Ein Einzelhandelsunternehmen erzielt einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro. Die Betriebskosten (Miete, Personal, Wareneinkauf) belaufen sich auf 75 Millionen Euro, sodass das EBIT (Betriebsergebnis) bei 25 Millionen Euro liegt. Hinzu kommen Zinszahlungen auf Kredite in Höhe von 2 Millionen Euro, die das Ergebnis vor Steuern auf 23 Millionen Euro senken. Nach Abzug der Einkommensteuer (beispielhaft 30 Prozent, tatsächliche Sätze sind unterschiedlich) verbleibt ein EAT von 16,1 Millionen Euro. Diesen Betrag kann das Unternehmen ausschütten, thesaurieren oder reinvestieren.
Das EAT wird häufig ins Verhältnis zur Anzahl der Aktien gesetzt, um das Ergebnis je Aktie (EPS, „Earnings Per Share") zu berechnen. Dieses Verhältnis ist für Aktienbewertungen essentiell. Daneben nutzen Anleger das EAT zur Berechnung der Eigenkapitalrendite, die zeigt, wie effizient ein Unternehmen das investierte Kapital nutzt. Auch das EBIT (Earnings Before Interest and Tax) ist eng verwandt, da es das Ergebnis vor Zinsen und Steuern darstellt und damit zeigt, wie profitabel das operative Geschäft unabhängig von Finanzierung und Besteuerung ist.

