Menü
Das neue sharewise ist da Übersichtlicher, schneller, mit heller und dunkler Ansicht — und allem, was du kennst. Jetzt ausprobieren
Microsoft selbst warnt vor der Verwendung von Internet Explorer, da er nicht mehr den neuesten Web- und Sicherheitsstandards entspricht. Wir können daher nicht garantieren, dass die Seite im Internet Explorer in vollem Umfang funktioniert. Nutze bitte Chrome oder Firefox.

Börsenlexikon

Dynamische Absicherung ist eine Anlagestrategie, bei der ein Anleger seine Positionen regelmäßig anpasst, um sein Vermögen bei fallenden Kursen vor Verlusten zu schützen und bei steigenden Kursen von Gewinnen zu profitieren.

Das Funktionsprinzip beruht auf einer systematischen Umschichtung: Der Anleger erhöht seinen Aktienanteil, wenn die Märkte steigen, und reduziert ihn, wenn die Märkte fallen. Dadurch wird automatisch „niedrig kaufen und hoch verkaufen" umgesetzt — das Gegenteil der emotionalen Anlegerreaktion. Die Anpassungen erfolgen nach einem vordefinierten Schema, etwa monatlich oder quartalsweise, oder wenn bestimmte Kursschwellen erreicht werden.

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht das Vorgehen: Ein Anleger mit 100.000 Euro Vermögen legt fest, dass er bei einem Aktienindex-Stand von 10.000 Punkten eine 60-Prozent-Quote in Aktien (60.000 Euro) und 40 Prozent in Anleihen (40.000 Euro) halten möchte. Steigt der Index auf 11.000 Punkte, wächst sein Aktienanteil durch die Kurssteigerung auf etwa 66.000 Euro, sein Gesamtvermögen auf etwa 106.000 Euro. Um die 60-Prozent-Quote wiederherzustellen (60 Prozent von 106.000 Euro sind 63.600 Euro), verkauft er rund 2.400 Euro Aktien und kauft dafür Anleihen — er „verkauft hoch". Fällt der Index später auf 9.000 Punkte, sinkt sein Aktienanteil deutlich unter die Zielquote. Jetzt kauft er Aktien nach, bis die 60-Prozent-Quote wieder erreicht ist — er „kauft tief".

Für Privatanleger ist dynamische Absicherung relevant, weil sie Disziplin in den Anlageprozess bringt und emotionale Fehlentscheidungen reduziert. Sie funktioniert jedoch nur, wenn der Anleger die Umschichtungen konsequent durchführt, auch wenn sie dem aktuellen Marktgefühl widersprechen. Zudem entstehen durch häufige Käufe und Verkäufe Transaktionskosten und möglicherweise Steuern, die die Rendite schmälern.

Die Strategie funktioniert besonders gut in Märkten mit ausgeprägten Schwankungen, weniger in stark trendgebundenen Märkten, wo ein reines Buy-and-Hold-Ansatz überlegen sein kann.

Verwandte Konzepte sind das Rebalancing, bei dem ein Anleger seine Vermögensaufteilung in regelmäßigen Abständen wiederherstellt, sowie das Constant-Proportion Portfolio Insurance (CPPI), eine mathematisch formalisierte Variante der dynamischen Absicherung. Auch die Trendfolgestrategie nutzt systematische Anpassungen, verfolgt aber das gegenteilige Ziel: Sie verstärkt Trends statt sie auszugleichen.