Börsenlexikon
Das Dreieck ist eine Chartformation, bei der der Kurs eines Wertpapiers zwischen zwei konvergierenden Trendlinien nach oben und unten schwankt, bis die Linien sich zu einem Punkt hin verengen.
Die Formation entsteht, wenn die Volatilität eines Wertpapiers abnimmt. Die obere Trendlinie verbindet mehrere lokale Hochpunkte und fällt dabei allmählich ab; die untere Trendlinie verbindet lokale Tiefpunkte und steigt allmählich an. Beide Linien laufen aufeinander zu und bilden eine dreieckige Form im Chartbild. Diese Konstellation signalisiert eine Phase der Unentschlossenheit am Markt: Käufer und Verkäufer halten sich in etwa die Waage, die Spannweite zwischen Hoch und Tief wird mit jeder neuen Schwankung kleiner.
Das Dreieck ist für Anleger relevant, weil es häufig als Vorzeichen eines Ausbruchs interpretiert wird. Wenn der Kurs schließlich eine der beiden Trendlinien durchbricht, folgt oft eine stärkere Kursbewegung in die Richtung des Ausbruchs. Ein Ausbruch nach oben über die fallende obere Linie wird von vielen Marktteilnehmern als Kaufsignal verstanden; ein Ausbruch nach unten unter die steigende untere Linie als Verkaufssignal. Die Stärke des anschließenden Trends hängt davon ab, wie lange sich das Dreieck ausgebildet hat und wie viel Energie sich aufgestaut hat.
Praktisches Beispiel: Eine Aktie notiert über mehrere Wochen hinweg zwischen 95 und 105 Euro. Nach dieser Zeit verengt sich die Bandbreite: Hochpunkte fallen auf 103, dann 101, dann 99 Euro; Tiefpunkte steigen auf 97, dann 98, dann 99 Euro. Die Spannweite schrumpft kontinuierlich. Dann durchbricht der Kurs die obere Trendlinie und steigt deutlich über 100 Euro hinaus. Dies ist der klassische Ausbruch, auf den technische Analysten warten.
Es gibt mehrere Varianten: Das symmetrische Dreieck hat zwei Linien, die sich annähernd gleich schnell nähern. Das aufsteigende Dreieck hat eine waagerechte obere und eine steigende untere Linie und gilt als Kaufsignal. Das absteigende Dreieck hat eine fallende obere und eine waagerechte untere Linie und gilt als Verkaufssignal.
Wichtig ist, dass das Dreieck keine Garantie für einen Ausbruch darstellt; es ist eine statistische Wahrscheinlichkeit, die sich aus historischen Beobachtungen ableitet. Auch können Ausbrüche in die entgegengesetzte Richtung erfolgen als erwartet, oder der Kurs kann lange Zeit in der Formation verweilen.
Das Dreieck gehört zur Familie der Chartmuster und steht in enger Beziehung zu Begriffen wie dem Wimpel, der Flagge und dem Keil, die ebenfalls Phasen abnehmender Volatilität abbilden, aber unterschiedliche Formen und Implikationen haben.

