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Börsenlexikon

Diversifikation ist die Verteilung des Vermögens eines Anlegers auf mehrere verschiedene Wertpapiere, Assetklassen oder Regionen, um das Risiko zu senken, ohne dabei auf die gleiche Renditeerwartung verzichten zu müssen.

Das Kernprinzip der Diversifikation beruht darauf, dass einzelne Anlagen unterschiedlich auf wirtschaftliche Ereignisse reagieren. Während eine Aktie eines Unternehmens stark fällt, kann eine andere steigen oder stabil bleiben. Durch diese Streuung wird die Auswirkung von Verlusten bei einzelnen Positionen auf das Gesamtvermögen reduziert.

Die Diversifikation funktioniert auf mehreren Ebenen. Die erste Ebene ist die Branchendiversifikation: Ein Anleger mit 100.000 Euro könnte beispielsweise 20.000 Euro in Technologieaktien, 20.000 Euro in Finanzwerte, 20.000 Euro in Konsumgüter, 20.000 Euro in Infrastruktur und 20.000 Euro in Rohstoffe investieren. Fällt die Technologiebranche um 30 Prozent, verliert dieser Anleger auf diesen Teil etwa 6.000 Euro, das Gesamtvermögen sinkt aber nur um 6 Prozent statt um 30 Prozent.

Die zweite Ebene ist die Assetklassen-Diversifikation: Der gleiche Anleger könnte 60.000 Euro in Aktien, 30.000 Euro in Anleihen und 10.000 Euro in Rohstoffe oder alternative Anlagen aufteilen. Anleihen und Aktien korrelieren oft unterschiedlich mit Marktbewegungen, sodass Verluste in der einen Assetklasse teilweise durch Gewinne in der anderen ausgeglichen werden.

Die dritte Ebene ist die geografische Diversifikation: Statt nur in heimische Wertpapiere zu investieren, kann ein Anleger auch in Märkte anderer Länder oder Regionen gehen. Dies reduziert das Risiko, dass wirtschaftliche Probleme in einer Region das gesamte Portfolio treffen.

Allerdings hat Diversifikation Grenzen. Eine zu breite Streuung führt dazu, dass die Rendite des Portfolios gegen die durchschnittliche Marktrendite konvergiert – der Anleger profitiert dann weniger von einzelnen starken Positionen. Zudem können Assetklassen in Zeiten großer Marktvolatilität stärker korrelieren als erwartet, sodass die schützende Wirkung abnimmt.

Privatanleger nutzen Diversifikation häufig durch Investmentfonds oder Exchange Traded Funds (ETFs), die bereits eine Vielzahl von Wertpapieren bündeln. Damit vermeiden sie den Aufwand, einzelne Positionen selbst auszuwählen und zu überwachen.

Verwandte Konzepte sind die Korrelation, die misst, wie stark zwei Wertpapiere sich synchron bewegen, das Risikomanagement, das systematisch Risiken begrenzt, und die Vermögensallokation, die die grundsätzliche Aufteilung zwischen Assetklassen festlegt.