Börsenlexikon
Der Devisenmarkt ist der globale Finanzmarkt, auf dem Währungen gegeneinander gekauft und verkauft werden – der mit dem größten Handelsvolumen aller Finanzmärkte.
Auf dem Devisenmarkt (auch Forex- oder FX-Markt genannt) werden Währungspaare notiert, etwa EUR/USD. Der Kurs zeigt, wie viele Einheiten der Gegenwährung (USD) eine Einheit der Basiswährung (EUR) kostet. Notiert EUR/USD bei 1,10, kostet 1 Euro 1,10 US-Dollar.
Der Devisenmarkt ist dezentral organisiert: Es gibt keine zentrale Börse wie bei Aktien. Stattdessen handeln Banken, Versicherungen, Hedgefonds und Privatanleger über elektronische Netzwerke direkt miteinander. Der Handel läuft täglich 24 Stunden ab, da sich die Handelszeiten der großen Finanzzentren (Tokio, London, New York) überlappen. Das Volumen ist enorm: Der durchschnittliche tägliche Umsatz liegt in der Größenordnung von Billionen Dollar.
Für Privatanleger ist der Devisenmarkt auf mehreren Ebenen relevant. Erstens: Wer international anlegt – etwa in US-amerikanische Aktien oder japanische Anleihen – ist automatisch Devisenrisiken ausgesetzt. Ein Anleger, der 10.000 Euro in eine US-Aktie investiert, muss diese Euros zunächst in Dollar umwechseln. Steigt der Dollar danach um 5 Prozent gegenüber dem Euro, gewinnt die Position durch den Wechselkurs, unabhängig von der Aktienentwicklung.
Zweitens können Privatanleger über Devisenterminkontrakte oder Devisenkassageschäfte gezielt auf Währungskurse spekulieren. Dies erfordert allerdings Erfahrung und birgt erhebliche Risiken, da Devisenhandel auf Margin (mit Hebelwirkung) möglich ist.
Drittens beeinflussen Devisenmärkte die Geldpolitik: Zentralbanken intervenieren gelegentlich am Devisenmarkt, um ihre Währung zu stabilisieren oder zu beeinflussen. Solche Maßnahmen wirken sich auf Zinsen und Vermögenspreise aus.
Die wichtigsten Treiber von Devisenkursen sind Zinsunterschiede zwischen Ländern, Inflationserwartungen, politische Stabilität und Konjunkturdaten. Ein höheres Zinsniveau in einer Währungszone macht Anlagen in dieser Währung attraktiver, was die Nachfrage steigert.
Verwandte Konzepte sind die Wechselkursvolatilität (die Schwankungsintensität von Währungskursen), das Währungsrisiko (die Gefahr von Kursverlusten bei internationalen Anlagen) und Devisentermingeschäfte (Verträge, die einen zukünftigen Wechselkurs festlegen).

