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Börsenlexikon

Derivate sind Finanzinstrumente, deren Wert sich von der Kursentwicklung eines zugrunde liegenden Vermögenswertes ableitet und die es Anlegern ermöglichen, auf Preisbewegungen zu spekulieren oder sich gegen Risiken abzusichern.

Der Vermögenswert, auf den sich ein Derivat bezieht, wird als Basiswert oder Underlying bezeichnet. Dies kann eine Aktie, ein Index, eine Währung, ein Rohstoff oder eine Anleihe sein. Der Wert des Derivats hängt davon ab, wie sich dieser Basiswert entwickelt, ohne dass der Anleger diesen selbst besitzen muss.

Die verbreitetsten Formen von Derivaten sind Optionen und Futures. Bei einer Option erwirbt der Käufer das Recht (nicht die Pflicht), den Basiswert zu einem festgelegten Preis innerhalb oder zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Bei einem Future verpflichtet sich der Käufer hingegen, den Basiswert zu einem vereinbarten Preis und Termin zu kaufen.

Ein vereinfachtes Beispiel: Ein Anleger kauft eine Call-Option auf eine Aktie mit einem Basispreis von 50 Euro und zahlt dafür 2 Euro Prämie. Steigt die Aktie auf 60 Euro, kann er die Option ausüben und die Aktie zu 50 Euro kaufen – sein Gewinn beträgt 8 Euro pro Aktie abzüglich der gezahlten Prämie. Fällt die Aktie hingegen unter 50 Euro, verfällt die Option wertlos, und der Anleger verliert nur die gezahlte Prämie von 2 Euro.

Derivate erfüllen zwei gegensätzliche Funktionen: Erstens ermöglichen sie Spekulationen mit Hebelwirkung – kleine Einsätze können zu großen Gewinnen oder Verlusten führen. Zweitens dienen sie der Risikoabsicherung: Ein Investor, der Aktien hält, kann durch den Kauf einer Put-Option sein Portfolio gegen Kursrückgänge schützen.

Für Privatanleger ist wichtig zu verstehen, dass Derivate hochriskant sind. Die Hebelwirkung kann dazu führen, dass der Anleger sein eingesetztes Kapital vollständig verliert oder sogar Nachzahlungen leisten muss. Zudem erfordern Derivate präzise Marktprognosen und ein tiefes Verständnis der Mechaniken.

Verwandte Begriffe sind Optionsscheine, die ähnlich wie Optionen funktionieren, aber von Banken emittiert werden, sowie Zertifikate, die strukturierte Produkte darstellen, deren Auszahlung an die Entwicklung eines Basiswertes gekoppelt ist. Auch der Terminmarkt ist eng mit Derivaten verbunden, da dort standardisierte Futures gehandelt werden.