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Börsenlexikon

Ein Depot ist ein Wertpapierkonto, auf dem Wertpapiere wie Aktien, Anleihen und Fonds verwahrt und verwaltet werden.

Das Depot funktioniert ähnlich wie ein Bankkonto, speichert aber keine Geldbeträge, sondern Wertpapiere in digitaler oder verbriefter Form. Jeder Privatanleger, der Aktien oder andere Wertpapiere kaufen möchte, benötigt ein Depot. Der Depotinhaber erhält eine Übersicht über seinen Bestand – beispielsweise 50 Aktien der Gesellschaft X, 100 Anteile eines Fonds Y oder eine Anleihe mit Nennwert von 5.000 Euro.

Beim Kauf von Wertpapieren wird die entsprechende Menge ins Depot eingebucht, beim Verkauf wieder ausgebucht. Die Depotbank oder der Broker verwahrt die Wertpapiere treuhänderisch und führt Buch über die Bestände. Für die Depotführung erheben viele Banken und Online-Broker Gebühren, wobei diese Gebührenmodelle sehr unterschiedlich ausfallen – manche Anbieter verlangen eine pauschale Jahresgebühr, andere berechnen prozentuale Gebühren auf das Depotvolumen, wieder andere bieten kostenlose Depots an.

Die praktische Relevanz des Depots zeigt sich beim Handel: Ein Anleger, der 10 Aktien zu je 100 Euro kauft, zahlt 1.000 Euro und erhält diese 10 Aktien ins Depot gebucht. Verkauft er später 5 dieser Aktien zu je 120 Euro, erhält er 600 Euro aufs Referenzkonto überwiesen und hat noch 5 Aktien im Depot. Dividenden aus Aktien oder Kupons aus Anleihen werden automatisch auf das Verrechnungskonto des Depots eingezahlt.

Das Depot ermöglicht zudem die Verwaltung von Vermögen über längere Zeit. Der Anleger kann jederzeit seinen aktuellen Bestand einsehen, Wertpapiere hinzufügen oder entnehmen. Bei Wechsel der Bank oder des Brokers können Wertpapiere durch einen Depotwechsel auf ein neues Depot übertragen werden, ohne dass die Wertpapiere verkauft werden müssen.

Eng verwandte Begriffe sind das Verrechnungskonto, auf dem Geldmittel für Käufe bereitgestellt und Verkaufserlöse sowie Erträge eingehen, das Wertpapierkonto als Oberbegriff für die Verwaltung von Wertpapieren, und die Depotgebühr als regelmäßige oder ereignisbezogene Kostenfaktor bei der Depotführung. Die Wahl des richtigen Depots hat für Privatanleger erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtkostenquote ihrer Geldanlage.