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Börsenlexikon

Daytrade ist der Kauf und Verkauf von Wertpapieren innerhalb eines einzigen Handelstages, mit dem Ziel, von kurzfristigen Kursschwankungen zu profitieren.

Ein Daytrade wird eröffnet und geschlossen – typischerweise innerhalb von Minuten oder Stunden – noch bevor der Börsenhandel endet. Der Trader hält die Position also nicht über Nacht. Ziel ist es, kleine Kursunterschiede auszunutzen und diese Gewinne zu realisieren, bevor die Position glattgestellt wird.

Daytrades unterscheiden sich grundlegend vom langfristigen Investieren. Während ein Investor eine Aktie über Wochen oder Jahre hält, um von Unternehmensgewinnen und Kurssteigerungen zu profitieren, versucht der Daytrade-Akteur, aus der täglichen Volatilität Kapital zu schlagen. Dies erfordert kontinuierliche Marktbeobachtung, schnelle Entscheidungsfindung und oft spezialisierte Handelsplattformen mit Echtzeit-Kursdaten.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Ein Trader kauft 100 Aktien eines Unternehmens um 10:00 Uhr zu 50 Euro je Aktie (Investition: 5.000 Euro). Um 14:30 Uhr steigt der Kurs auf 50,80 Euro. Der Trader verkauft alle 100 Aktien und realisiert einen Bruttogewinn von 80 Euro (0,80 Euro × 100 Aktien). Nach Abzug von Gebühren und Steuern bleibt ein deutlich kleinerer Nettogewinn.

Für Privatanleger ist Daytrade mit erheblichen Risiken verbunden. Die hohe Handelsfrequenz führt zu bedeutenden Transaktionskosten durch Gebühren und Spreads. Zudem verstärken emotionale Entscheidungen unter Zeitdruck Verluste. Statistisch scheitern die meisten Privatanleger beim Daytrade, da sie weder die technische Ausstattung noch die psychologische Stabilität für konsistente Gewinne mitbringen. Auch psychologische Fallstricke wie Overconfidence nach Gewinnen oder Revenge-Trading nach Verlusten sind weit verbreitet.

Steuerlich können häufige Daytrades zu höheren Abgeltungssteuer-Lasten führen, da jeder Gewinn als Kapitalertrag besteuert wird. Die genaue Besteuerung hängt von den jeweils geltenden nationalen Regelungen ab.

Verwandte Konzepte sind das Swing-Trading, bei dem Positionen über mehrere Tage bis Wochen gehalten werden, das Scalping, das noch kürzerfristige Gewinne aus minimalen Kursbewegungen anstrebt, und der High-Frequency-Trading, bei dem computergesteuerte Systeme automatisiert innerhalb von Millisekunden handeln. Auch die Spekulation ist ein Oberbegriff für alle kurzfristigen Gewinnstrategien, die auf Kursbewegungen statt auf fundamentale Wertentwicklung setzen.