Menü
Das neue sharewise ist da Übersichtlicher, schneller, mit heller und dunkler Ansicht — und allem, was du kennst. Jetzt ausprobieren
Microsoft selbst warnt vor der Verwendung von Internet Explorer, da er nicht mehr den neuesten Web- und Sicherheitsstandards entspricht. Wir können daher nicht garantieren, dass die Seite im Internet Explorer in vollem Umfang funktioniert. Nutze bitte Chrome oder Firefox.

Börsenlexikon

Ein Dachfonds ist ein Investmentfonds, der sein Vermögen nicht direkt in Wertpapiere anlegt, sondern überwiegend in Anteile anderer Fonds investiert.

Während klassische Fonds Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere direkt erwerben, kauft ein Dachfonds Fondsanteile. Diese Zielfondsanteile können selbst wieder aktiv verwaltete Fonds oder passive Indexfonds sein. Dadurch entsteht eine zusätzliche Ebene in der Fondsstruktur – daher der Name „Dach" über den darunter liegenden Fonds.

Funktionsweise und Kostenstruktur

Der Dachfonds-Manager wählt die Zielfondsanteile aus, überwacht deren Entwicklung und passt die Gewichtung an. Der Anleger zahlt damit zwei Ebenen von Gebühren: die Verwaltungsgebühr des Dachfonds selbst sowie die Gebühren der Zielfondsanteile. Konkret bedeutet dies: Liegt die Verwaltungsgebühr des Dachfonds bei 0,5 Prozent pro Jahr und die durchschnittliche Gebühr der Zielfondsanteile bei 0,8 Prozent, trägt der Anleger insgesamt etwa 1,3 Prozent jährliche Kosten. Diese Kostenstruktur ist der Hauptnachteil von Dachfonds.

Vorteile und Anwendungsfälle

Dachfonds eignen sich für Anleger, die eine breite Diversifizierung mit minimalem Aufwand suchen. Ein einzelner Dachfonds kann beispielsweise 20 oder mehr verschiedene Spezialist-Fonds kombinieren – etwa Fonds für Schwellenländer, Rohstoffe, europäische Anleihen und alternative Strategien. Für Privatanleger mit kleinerem Vermögen wäre diese Diversifizierung durch direkte Fondskäufe aufwändiger und teurer.

Dachfonds werden häufig als Basis von Vermögensverwaltungslösungen eingesetzt. Banken nutzen sie, um mehrere Kundenportfolios mit ähnlicher Strategie zentral zu verwalten.

Verwandte Konzepte

Ähnlich strukturiert sind Multimanager-Fonds, die ebenfalls mehrere spezialisierte Manager kombinieren. Der Unterschied: Sie investieren teilweise direkt in Wertpapiere, nicht nur in andere Fonds. Eng verwandt ist auch das Konzept des Dachfonds mit Fonds-Sparplan, bei dem Anleger regelmäßig kleine Beträge in einen oder mehrere Fonds einzahlen – Dachfonds ermöglichen dies mit nur einem Produkt. Ein weiterer verwandter Begriff ist der Feeder-Fonds, der sein Vermögen zu großen Teilen in einen einzelnen Master-Fonds fließt.

Anleger sollten vor einem Dachfonds-Investment die Gesamtkostenquote prüfen und abwägen, ob die gebotene Diversifizierung die zusätzlichen Gebühren rechtfertigt.