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Börsenlexikon

Breakaway Gap ist eine Kurslücke, die entsteht, wenn ein Wertpapier nach einer längeren Seitwärtsbewegung oder Konsolidierungsphase mit erheblichem Kurssprung in eine neue Richtung ausbricht und dabei keinen Kurs im dazwischenliegenden Bereich notiert.

Ein Breakaway Gap signalisiert einen Wendepunkt im Kursverlauf. Typischerweise sammelt sich bei einer Konsolidierungsphase — etwa wenn eine Aktie über mehrere Wochen in einer engen Spanne zwischen 95 und 105 Euro schwankt — Druck auf einer Seite auf. Durchbricht der Kurs diese Spanne dann kraftvoll, etwa indem er von 105 Euro direkt auf 115 Euro springt, ohne die Zwischenwerte zu berühren, entsteht eine Lücke. Diese Lücke markiert den Ausstieg aus der Konsolidierung und den Beginn eines neuen Trends.

Das Phänomen ist für Privatanleger relevant, weil es häufig mit erhöhtem Handelsvolumen und starkem Marktsentiment verbunden ist. Ein Breakaway Gap wird oft als Bestätigung eines neuen Trends interpretiert. Anleger, die vor dem Ausbruch positioniert waren, sehen ihre These bestätigt; Anleger außerhalb des Trades müssen entscheiden, ob sie noch einsteigen oder den Trend abwarten.

Die Zuverlässigkeit eines Breakaway Gaps hängt vom Kontext ab. Kommt der Ausbruch nach einer langen Konsolidierung mit hohem Volumen, gilt er als aussagekräftiger. Ein Gap ohne Volumenstütze wird häufiger wieder „geschlossen", das heißt, der Kurs füllt die Lücke später wieder auf.

Beispiel: Eine Aktie notiert über 6 Wochen zwischen 50 und 52 Euro. Nach Veröffentlichung guter Quartalszahlen eröffnet sie bei 55 Euro — ein Gap von 3 Euro entsteht. Dieser Sprung signalisiert einen Ausbruch aus der Konsolidierung und den Beginn eines potenziellen Aufwärtstrends. Anleger interpretieren dies als Bestätigung für steigende Kurse.

Verwandte Konzepte sind das Runaway Gap (oder Continuation Gap), das während eines etablierten Trends auftritt und die Dynamik des laufenden Trends verstärkt, sowie das Exhaustion Gap, das am Ende eines Trends erscheint und oft ein Umkehrsignal darstellt. Auch das Island Reversal Pattern arbeitet mit Gaps: Dabei entstehen zwei Lücken in entgegengesetzter Richtung, die eine „Insel" von Kursen einschließen und einen Trendwechsel andeuten.