Börsenlexikon
Bonus ist ein strukturiertes Wertpapier, das dem Anleger bei Eintritt bestimmter Bedingungen einen erhöhten Rückzahlungsbetrag (Bonusbetrag) zusichert, bei Nichteintritt dieser Bedingungen aber mit Kursverlusten bis zum Totalverlust behaftet ist.
Ein Bonus funktioniert nach folgendem Prinzip: Der Emittent (meist eine Bank) verpflichtet sich, bei Fälligkeit einen Mindestbetrag oder einen höheren Bonusbetrag zurückzuzahlen. Die Auszahlung des Bonus hängt davon ab, ob ein festgelegter Basiswert (etwa eine Aktie, ein Index oder ein Rohstoff) während der Laufzeit eine bestimmte Barriere unterschreitet. Bleibt der Kurs des Basiswerts während der gesamten Laufzeit über der Barriere, erhält der Anleger den Bonus. Fällt der Kurs jedoch unter die Barriere, entfällt der Bonus und der Anleger trägt die Kursverluste des Basiswerts mit, kann aber nicht unter einen Mindestkurs fallen.
Rechenbeispiel: Ein Bonus auf den DAX wird mit einem Nennwert von 1.000 Euro ausgegeben. Die Barriere liegt bei 80 Prozent des aktuellen DAX-Stands. Der Bonusbetrag bei Fälligkeit in 3 Jahren beträgt 1.120 Euro (12 Prozent Gewinn). Solange der DAX während dieser 3 Jahre nicht unter die Barriere fällt, erhält der Anleger die 1.120 Euro. Fällt der DAX jedoch unter die Barriere, sinkt die Rückzahlung proportional mit dem DAX. Wenn der DAX bei Fälligkeit um 20 Prozent unter dem Startniveau liegt, erhält der Anleger nur noch 800 Euro zurück — ein Verlust von 20 Prozent.
Für Privatanleger ist der Bonus attraktiv, weil er in seitwärts oder moderat steigenden Märkten eine überproportionale Rendite verspricht. Allerdings trägt der Anleger das volle Risiko bei starken Kursfällen, da der Schutz nur bis zur Barriere reicht. Bonus-Zertifikate sind zudem Schuldverschreibungen des Emittenten — bei dessen Insolvenz besteht ein Ausfallrisiko.
Der Bonus unterscheidet sich von verwandten Produkten wie dem Discount-Zertifikat (das eine sofortige Kaufvergünstigung bietet, aber die Gewinne nach oben begrenzt) und dem Airbag-Zertifikat (das einen stärkeren Schutz gegen Kursfälle bietet). Auch die Barriere als Schwellenwert und die Knock-Out-Schwelle in Hebelprodukten sind konzeptionell verwandt, führen aber zu anderen Auszahlungslogiken.

