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Börsenlexikon

"Bestens" ist eine Wertpapierorder ohne Preislimit, die der Makler zum nächstmöglichen Kurs ausführen soll.

Bei einer Bestens-Order verzichtet der Anleger darauf, einen maximalen Kaufpreis oder minimalen Verkaufspreis festzulegen. Der Makler erhält den Auftrag, die Order sofort und vollständig auszuführen – unabhängig davon, zu welchem Kurs dies geschieht. Dies unterscheidet sich grundlegend von limitierten Orders, bei denen ein bestimmter Preis nicht überschritten oder unterschritten werden darf.

Die praktische Bedeutung liegt in der Ausführungssicherheit. Ein Anleger, der eine Bestens-Order aufgibt, kann sich darauf verlassen, dass seine Order tatsächlich ausgeführt wird. Dies ist besonders wichtig bei illiquiden Wertpapieren, bei denen ein Limit-Order möglicherweise gar nicht gefüllt wird, oder in volatilen Marktphasen, wenn schnelle Reaktion erforderlich ist. Der Preis für diese Sicherheit ist jedoch das Risiko einer ungünstigen Ausführung.

Ein Beispiel verdeutlicht das Dilemma: Ein Anleger möchte 100 Aktien einer kleineren Gesellschaft kaufen. Der letzte Kurs lag bei 50 Euro. Mit einer Bestens-Order wird die Order sofort ausgeführt – möglicherweise aber zu 51 Euro oder 52 Euro, wenn wenige Aktien zum niedrigeren Kurs verfügbar sind. Mit einer Limit-Order von 50 Euro könnte der Anleger stattdessen warten, riskiert aber, dass die Order nie ausgeführt wird, wenn der Kurs nicht mehr auf 50 Euro fällt.

Bestens-Orders sind daher ein Werkzeug für Anleger, die Ausführungssicherheit höher bewerten als Preissicherheit. Dies gilt etwa beim Kauf von Positionen, die dringend aufgebaut werden müssen, oder beim Verkauf von Positionen, die schnell liquidiert werden sollen.

Verwandte Begriffe sind die Limit-Order, bei der ein maximaler oder minimaler Kurs vorgegeben wird, die Stop-Loss-Order, die automatisch ausgelöst wird, wenn ein bestimmter Kurs unterschritten wird, und die Market-Order, die im außerbörslichen Handel einem ähnlichen Konzept entspricht. Die Wahl zwischen Bestens und Limit hängt von der jeweiligen Marktsituation und den Prioritäten des Anlegers ab.