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Börsenlexikon

Ausländische Dividenden versteuern bezeichnet die Erhebung von Ertragsteuern auf Dividendenzahlungen von Aktien oder Fonds, deren Emittent seinen Sitz außerhalb Deutschlands hat, sowie die Anrechnung bereits im Ausland gezahlter Quellensteuern auf die deutsche Einkommensteuer.

Funktionsweise und Besteuerung

Wenn eine Aktiengesellschaft mit Sitz im Ausland eine Dividende ausschüttet, wird diese Zahlung häufig bereits im Quellland mit einer Steuer belastet – der sogenannten Quellensteuer. Diese Quote variiert je nach Land und Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und dem Quellland. Die Dividende kommt daher bereits vermindert beim Anleger an.

Der Privatanleger muss die Dividende in Deutschland versteuern. Die Besteuerung erfolgt über die Einkommensteuer nach dem persönlichen Steuersatz des Anlegers, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Hinzu kommt die Kapitalertragsteuer, deren Satz gesetzlich festgelegt ist (dieser Satz sollte beim Finanzamt oder der Steuererklärung überprüft werden, da er sich ändern kann).

Anrechnung ausländischer Quellensteuern

Das deutsche Steuersystem sieht vor, dass bereits gezahlte ausländische Quellensteuern auf die deutsche Steuerbelastung angerechnet werden können. Dies geschieht, um Doppelbesteuerung zu vermeiden. Die Anrechnung erfolgt entweder direkt durch den Broker oder über die Steuererklärung. Allerdings ist die Anrechnung häufig auf einen bestimmten Höchstbetrag begrenzt – sie kann nicht größer sein als die deutsche Steuer auf diese Einkünfte.

Praktisches Beispiel

Ein Anleger erhält eine Dividende von 100 Euro von einer US-amerikanischen Aktie. Das Quellland erhebt 15 Prozent Quellensteuer, sodass 15 Euro einbehalten werden und 85 Euro an den Anleger fließen. Bei einem persönlichen Steuersatz von 42 Prozent (Spitzensteuersatz) plus Kapitalertragsteuer würde die deutsche Gesamtsteuer höher ausfallen. Der Anleger kann die 15 Euro ausländische Quellensteuer jedoch anrechnen und zahlt damit insgesamt weniger, als wenn die Dividende von Anfang an nur nach deutschem Recht besteuert worden wäre.

Relevanz für Anleger

Die korrekte Behandlung ausländischer Dividenden ist für international diversifizierte Portfolios entscheidend. Anleger sollten dokumentieren, welche Quellensteuern eingezogen wurden, um diese in der Steuererklärung geltend machen zu können. Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die Themen Thesaurierung bei Fonds, bei der Gewinne reinvestiert statt ausgeschüttet werden, sowie Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds – beides hat Auswirkungen auf die Besteuerung.