Börsenlexikon
Asset Allocation ist die Verteilung eines Anlageportfolios auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien und Geldmarktinstrumente, um Rendite und Risiko in Einklang zu bringen.
Asset Allocation beschreibt, in welchem Verhältnis ein Anleger sein verfügbares Kapital auf unterschiedliche Anlageklassen aufteilt. Diese grundlegende Entscheidung bestimmt nachweislich den Großteil der langfristigen Renditeentwicklung eines Portfolios. Sie ist damit die erste und wichtigste Entscheidung vor der Auswahl einzelner Wertpapiere.
Die Aufteilung folgt dabei typischerweise den persönlichen Zielen, dem Zeithorizont und der Risikotoleranz des Anlegers. Ein konservativer Anleger mit kurzfristigem Anlagehorizont wird einen höheren Anteil in Anleihen und Geldmarktinstrumente investieren. Ein jüngerer Anleger mit 20 Jahren bis zur Rente kann einen deutlich höheren Aktienanteil tragen, da er Marktschwankungen aussitzen kann.
Praktisches Beispiel: Ein Privatanleger hat 100.000 Euro zur Verfügung. Er entscheidet sich für folgende Asset Allocation: 60 Prozent Aktien, 30 Prozent Anleihen, 10 Prozent Geldmarkt. Das bedeutet konkret: 60.000 Euro fließen in Aktienfonds oder börsengehandelte Indexfonds, 30.000 Euro in Rentenfonds oder einzelne Anleihen, 10.000 Euro in ein Tagesgeldkonto oder Geldmarktfonds. Diese Aufteilung bleibt nicht starr – durch unterschiedliche Renditen verschieben sich die Anteile über die Zeit. Der Anleger gleicht diese Verschiebung durch regelmäßiges Rebalancing wieder aus, um zur ursprünglichen Aufteilung zurückzukehren.
Die Wirksamkeit von Asset Allocation beruht auf dem Prinzip der Diversifikation: Da verschiedene Anlageklassen nicht vollständig korreliert sind, können Verluste in einer Klasse durch Gewinne in einer anderen teilweise aufgefangen werden. Eine reine Aktienquote von 100 Prozent bietet höhere Renditechancen, führt aber auch zu extremeren Schwankungen. Eine Beimischung von Anleihen reduziert diese Volatilität.
Asset Allocation ist eng verbunden mit den Konzepten der Diversifikation, die das Risiko durch Streuung mindert, und des Rebalancing, das die ursprüngliche Aufteilung erhält. Auch die strategische Vermögensallokation, die langfristig festgelegt wird, unterscheidet sich von der taktischen Allokation, bei der der Anleger kurzfristig von seiner Standardaufteilung abweicht, um Markttrends zu nutzen.

