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Börsenlexikon

Anleihe: Ein Wertpapier, das eine Schuldverpflichtung des Emittenten gegenüber dem Anleger verbrieft und dem Halter regelmäßige Zinszahlungen sowie die Rückzahlung des Nennwerts zu einem festgelegten Termin zusichert.

Eine Anleihe ist ein Darlehen in Wertpapierform. Der Emittent – typischerweise ein Staat, eine Bank oder ein Unternehmen – benötigt Kapital und begibt Anleihen statt einen Kredit bei einer einzelnen Bank aufzunehmen. Der Anleger kauft das Wertpapier und wird damit zum Gläubiger. Im Gegenzug erhält er regelmäßige Zinszahlungen, die als Kupon bezeichnet werden, und bekommt seinen Einsatz am Ende der Laufzeit zurück.

Funktionsweise:

Der Emittent legt beim Ausgeben einer Anleihe mehrere Parameter fest: den Nennwert (etwa 1.000 Euro), den Kupon (zum Beispiel 3 Prozent pro Jahr) und die Laufzeit (beispielsweise 10 Jahre). Ein Anleger, der diese Anleihe kauft, zahlt den Kaufpreis und erhält dann jährlich 30 Euro Kuponzahlungen (3 Prozent von 1.000 Euro). Nach 10 Jahren wird ihm der Nennwert von 1.000 Euro zurückgezahlt.

Der Preis einer Anleihe am Sekundärmarkt schwankt mit den Marktbedingungen, insbesondere mit Zinsänderungen. Steigen die Marktzinsen, sinkt der Kurs bestehender Anleihen mit niedrigerem Kupon – und umgekehrt. Ein Anleger, der eine Anleihe vor Fälligkeit verkauft, realisiert daher einen Gewinn oder Verlust.

Relevanz für Privatanleger:

Anleihen gelten als weniger volatil als Aktien und dienen häufig als stabilisierendes Element in einem Depot. Sie eignen sich für Anleger, die regelmäßige Einnahmen anstreben oder Kapital konservativ anlegen möchten. Die Höhe des Kupons hängt von der Kreditwürdigkeit des Emittenten ab: Staatsanleihen von bonitätsstarken Ländern zahlen niedrigere Kupons als Unternehmensanleihen mit höherem Ausfallrisiko.

Privatanleger sollten das Zinsänderungsrisiko beachten: Bei längeren Laufzeiten reagiert der Anleihekurs stärker auf Zinsveränderungen. Zudem ist bei Emittentenanleihen das Ausfallrisiko relevant – der Emittent könnte zahlungsunfähig werden.

Verwandte Begriffe sind der Kupon (die jährliche Zinszahlung), die Rendite (die tatsächliche Gesamtverzinsung unter Berücksichtigung des Kaufpreises), die Duration (ein Maß für die Zinsempfindlichkeit) und der Spread (der Renditezuschlag gegenüber Referenzzinsen).