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Börsenlexikon

Ein Analysten-Rating ist eine von Finanzexperten (Analysten) abgegebene Bewertung und Kurszielvorgabe für ein Wertpapier, die Privatanleger als Orientierungshilfe für Kauf- oder Verkaufsentscheidungen nutzen können.

Analysten arbeiten typischerweise bei Banken, Investmenthäusern oder unabhängigen Researchfirmen. Sie untersuchen regelmäßig Unternehmen, Anleihen oder andere Wertpapiere und veröffentlichen ihre Einschätzung in Form eines Ratings und eines Kursziels. Das Rating folgt dabei meist einem standardisierten Schema: „Buy" oder „Outperform" signalisiert eine Kaufempfehlung, „Hold" oder „Neutral" rät zum Halten, „Sell" oder „Underperform" empfiehlt einen Verkauf.

Das Kursziel gibt an, auf welchen Preis der Analyst das Papier innerhalb eines bestimmten Zeitraums (häufig 12 Monate) steigen oder fallen erwartet. Ein Analyst könnte beispielsweise eine Aktie mit einem aktuellen Kurs von 50 Euro mit dem Rating „Buy" und einem Kursziel von 65 Euro bewerten. Das impliziert ein Aufwärtspotenzial von 30 Prozent.

Für Privatanleger sind Analysten-Ratings relevant, weil sie auf systematischer Analyse basieren und Zugang zu Informationen ermöglichen, die einzelne Privatanleger schwer selbst beschaffen können. Allerdings sollten Anleger mehrere Punkte beachten: Erstens können Analysten irren – ihre Prognosen sind Schätzungen, keine Garantien. Zweitens können Interessenskonflikte entstehen, wenn der Analyst bei einer Bank arbeitet, die mit dem bewerteten Unternehmen Geschäfte tätigt. Drittens ist der Konsens mehrerer Analysten oft aussagekräftiger als eine einzelne Stimme.

Der Konsens-Rating fasst die Meinungen aller Analysten zusammen, die ein Wertpapier verfolgen. Wenn etwa 15 Analysten ein Unternehmen bewerten und 10 davon „Buy" vergeben, während 5 „Hold" sagen, zeigt der Konsens eine mehrheitliche Kaufempfehlung an. Ebenso wird das durchschnittliche Kursziel aller Analysten berechnet, um einen Mittelwert zu erhalten.

Privatanleger finden Analysten-Ratings auf Finanzportalen, in Börsensoftware oder auf den Websites von Brokern. Sie sollten diese Bewertungen als Informationsquelle verstehen, nicht als Handlungsanweisung. Wichtig ist, auch die Begründung hinter dem Rating zu lesen und die Analyse mit eigener Recherche zu kombinieren.

Verwandte Begriffe sind die Analystenschätzung (konkrete Gewinn- oder Umsatzprognosen), das Kursziel (die Preiserwartung selbst) und die Analystenkonsens (die Zusammenfassung mehrerer Bewertungen).