Börsenlexikon
"Am Geld" bezeichnet eine Option, deren Ausübungspreis (Strike) dem aktuellen Kurs des Basiswerts entspricht oder ihm sehr nahe kommt.
Eine Option gibt dem Käufer das Recht, einen Basiswert (etwa eine Aktie oder einen Index) zu einem festgelegten Preis innerhalb oder bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Der festgelegte Preis heißt Ausübungspreis oder Strike. Der aktuelle Marktpreis des Basiswerts kann von diesem Strike abweichen – und diese Differenz bestimmt, in welcher Kategorie die Option einzuordnen ist.
Bei "Am Geld" (im Englischen "at the money" oder ATM) liegt der Strike sehr nah am aktuellen Kurs. Für einen Call auf eine Aktie, die gerade bei 100 Euro notiert, würde ein Strike von 100 Euro die Option "am Geld" machen. Der genaue Toleranzbereich ist nicht einheitlich definiert – manche Marktteilnehmer rechnen Optionen mit einem Strike von 99 oder 101 Euro noch dazu, andere setzen engere Grenzen.
Privatanleger sollten diesen Begriff verstehen, weil er die Gewinnwahrscheinlichkeit einer Option beschreibt. Optionen "am Geld" haben typischerweise die höchste Zeitwertkomponente und reagieren am empfindlichsten auf Kursbewegungen des Basiswerts. Sie sind weder "im Geld" (profitabel bei sofortiger Ausübung) noch "aus dem Geld" (wertlos bei sofortiger Ausübung), sondern befinden sich an der Schwelle zwischen beiden Szenarien.
Ein praktisches Beispiel: Ein Anleger kauft einen Call-Option auf einen Index, der aktuell bei 4.000 Punkten notiert. Der Strike beträgt ebenfalls 4.000 Punkte – die Option ist am Geld. Wenn der Index bis zum Verfallstag auf 4.050 Punkte steigt, wird die Option ins Geld laufen und Gewinn bringen. Fällt der Index auf 3.950 Punkte, verfällt die Option aus dem Geld und der Käufer erleidet einen Totalverlust des gezahlten Premiums.
Optionen am Geld sind für Spekulanten attraktiv, weil sie mit relativ geringem Kapitaleinsatz große Hebelwirkung bieten. Allerdings ist das Risiko erheblich: Die Option muss sich deutlich ins Geld bewegen, nur um die gezahlte Prämie zu decken.
Verwandte Begriffe sind "im Geld" (in the money), wenn der Strike für einen Call unterhalb des aktuellen Kurses liegt und die Option einen inneren Wert hat, sowie "aus dem Geld" (out of the money), wenn ein Call einen Strike oberhalb des aktuellen Kurses hat. Der "Zeitwert" einer Option beschreibt den Aufschlag über den inneren Wert hinaus und ist bei am-Geld-Optionen am höchsten.

