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Börsenlexikon

Ein Aktiensplit ist eine Maßnahme, bei der ein Unternehmen die Gesamtzahl seiner Aktien erhöht, indem es jede bestehende Aktie in mehrere neue Aktien aufteilt, während sich die Marktkapitalisierung und der Gesamtwert des Aktienbestands des Anlegers nicht verändern.

Bei einem Aktiensplit werden die Anteile mechanisch vermehrt. Das Unternehmen legt ein Verhältnis fest – beispielsweise 2:1, 3:1 oder 5:1. Besitzt ein Anleger vor einem 2:1-Split 100 Aktien à 80 Euro, hält er danach 200 Aktien à 40 Euro. Der Gesamtwert bleibt 8.000 Euro. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens ändert sich nicht, da auch die Kurse proportional angepasst werden.

Gründe für einen Aktiensplit

Unternehmen führen Splits durch, um ihre Aktien für Privatanleger attraktiver zu machen. Ein niedriger Kurs senkt die psychologische Hürde und den erforderlichen Kapitaleinsatz für eine einzelne Aktie. Zudem steigt oft die Liquidität und das Handelsvolumen, da mehr Anleger in kleineren Positionen investieren können. Auch technisch wird eine Aktie mit sehr hohem Kurs manchmal unhandlich.

Auswirkungen auf den Anleger

Für bestehende Aktionäre ist ein Split wertneutral. Dividenden werden ebenfalls angepasst: Betrug die Dividende pro Aktie vor einem 2:1-Split 2 Euro, beträgt sie danach 1 Euro pro Aktie. Die Gesamtdividende bleibt gleich. Transaktionskosten oder Steuern entstehen durch den Split selbst nicht – er ist eine rein formale Umstrukturierung.

Ein Split kann allerdings psychologisch wirken. Manche Anleger interpretieren ihn als positives Signal des Managements, da er oft mit Wachstumserwartungen verbunden ist. Umgekehrt gibt es auch Reverse Splits, bei denen Aktien zusammengefasst werden (z. B. 1:10), um den Kurs zu erhöhen. Diese werden häufiger bei Unternehmen in Schwierigkeiten durchgeführt und gelten eher als Warnsignal.

Praktische Relevanz

Privatanleger müssen bei einem Split nichts unternehmen – die Depotbank führt die Umstellung automatisch durch. Wichtig ist, die neue Anzahl und der neue Kurs in den Unterlagen korrekt dokumentiert zu sein, da dies für die Berechnung von Gewinnen und Verlusten (Gewinn-/Verlustrechnung) relevant ist.

Ein Aktiensplit unterscheidet sich grundlegend von einer Kapitalerhöhung, bei der neue Aktien geschaffen und Kapital zugeführt wird. Verwandte Konzepte sind der Reverse Split sowie die Dividendenzahlung, die ebenfalls die Anzahl der Anteile beeinflussen kann.