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Börsenlexikon

Eine Aktienanleihe ist ein Schuldpapier, das dem Anleger während der Laufzeit regelmäßige Zinszahlungen (Kupon) gewährt und bei Fälligkeit entweder den Nennwert in bar zurückzahlt oder – falls der Aktienkurs unter einem vorher festgelegten Basispreis liegt – eine festgelegte Anzahl von Aktien liefert, deren Marktwert unter dem Nennwert liegen kann.

Funktionsweise und Risiko

Die Aktienanleihe verbindet Merkmale einer klassischen Anleihe mit einem eingebetteten Aktienrisiko. Der Emittent (in der Regel ein Kreditinstitut) zahlt während der Laufzeit einen Kupon aus, der deutlich höher ausfällt als bei vergleichbaren Anleihen ohne Aktienkomponente. Diese Prämie ist der Ausgleich für das Risiko, das der Anleger eingeht.

Am Ende der Laufzeit (Bewertungstag) wird der Aktienkurs mit dem Basispreis verglichen. Liegt der Kurs über dem Basispreis, zahlt der Emittent den Nennwert in bar zurück – der Anleger profitiert vom hohen Kupon, ohne Aktien zu erhalten. Liegt der Aktienkurs unter dem Basispreis, muss der Emittent statt Bargeld eine festgelegte Anzahl von Aktien liefern. Diese Aktienzahl wird berechnet, indem der Nennwert durch den Basispreis geteilt wird.

Hier liegt das zentrale Risiko: Der Marktwert dieser Aktien ist dann geringer als der Nennwert. Ein Anleger erhält also nicht Aktien im Wert des Nennwerts, sondern Aktien, deren tatsächlicher Wert unter dem ursprünglichen Investitionsbetrag liegt.

Rechenbeispiel

Ein Anleger kauft eine Aktienanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro, Basispreis 50 Euro und jährlichem Kupon von 6 Prozent (600 Euro). Die Laufzeit beträgt drei Jahre. Die Aktienzahl ist festgelegt: 10.000 Euro ÷ 50 Euro = 200 Aktien.

Nach drei Jahren notiert die Aktie bei 40 Euro. Der Emittent liefert 200 Aktien. Deren Marktwert: 200 × 40 Euro = 8.000 Euro. Der Anleger hat insgesamt 1.800 Euro Kupon erhalten (3 × 600 Euro), erleidet aber einen Kapitalverlust von 2.000 Euro (10.000 – 8.000). Netto ergibt sich ein Minus von 200 Euro.

Bedeutung für Privatanleger

Aktienanleihen eignen sich nur für Anleger, die das Risiko einer Aktienlieferung akzeptieren und die Volatilität der zugrundeliegenden Aktie einschätzen können. Sie sind nicht geeignet für konservative Anleger, die Kapitalschutz erwarten.

Verwandte Begriffe sind die klassische Anleihe (ohne Aktienkomponente), das Reverse Convertible (eine ähnliche Konstruktion mit kürzerer Laufzeit) und der Basispreis als zentraler Parameter für die Ausübungsschwelle.